Lesetipp von
Julie Hell
10.01.2020

Fünf Jahre nach dem Erscheinen ihres modernen Klassikers "Report der Magd" veröffentlicht Booker-Preisträgerin Margaret Atwood eine Fortsetzung zu ihrem modernen Klassiker. Hier erfahren wir mehr zu den Hintergründen des Landes Gilead, seiner Bürger, seiner Herrscher und seiner Feinde.

Tante Lydia ist die wichtigste und mächtigste Frau Gileads. Schreiben darf sie nicht. Dennoch erzählt sie ihre Geschichte: Wie sie als ehemalige Richterin nun Frauen dazu erzieht, keinen eigenen Willen zu haben. Wie sie das System der Umerziehung und Unterdrückung aufgebaut hat, und wie sie es zu Fall bringen könnte.

Dann ist da noch die Geschichte eines jungen Mädchens aus gutem Hause, Agnes Jemima, die in Gilead erzogen wird, eine gute Ehefrau zu sein. Über ihr liegt der Schatten ihrer Mutter, einer entflohenen Magd, einer Art Leihmutter.

Der dritte Strang der Geschichte führt uns nach Kanada, zu Daisy, die einst aus Gilead entführt wurde. Sie geht in den Untergrund, um gegen das totalitäre Gilead zu kämpfen. Sie soll Gilead infiltrieren und mit einem Dokument die Revolution auslösen.

Super spannend, sprachlich wunderschön und zum Denken anregend. Für jede halbwegs an Frauenrechten interessierte Person ist Margaret Atwood ein Muss.
(Randnotiz: Als jemand, der den ersten Teil gelesen hat, kann ich leider nicht beantworten, ob man Teil 2 auch versteht, ohne Teil 1 gelesen zu haben.)

Übersetzung: Aus dem Englischen von Monika Baark
Roman
Berlin Verlag, 25,00 €

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