
In fünfzehn Storys fing Diane Oliver Mitte der 1960er Jahre das Amerika der Bürgerrechtsbewegung ein. Ihre Protagonist:innen erleben Rassismus alltäglich:
Ellies Familie lebt in tödlicher Bedrohung weil ihre Eltern planen, ihren kleinen Bruder Tommy auf die Schule der Weißen zu schicken.
Winifred leidet unter dem Aktivismus ihres liebenden Vaters, der sie als einzige Schwarze Studentin ein College in den Südstaaten besuchen lässt. Dort tun alle so, als sei sie gar nicht da – oder reden argwöhnisch über sie.
Zu gern würde Jenny einmal im Restaurant am Nachbartisch von Mrs. Wright sitzen, für die sie putzt, sie stellt sich vor, wie Mrs. Wright die Augen aus dem Kopf fielen und sie hochrot würde. Zusammen mit drei weiteren Aktivist:innen besucht Jenny wider der gesellschaftlichen Regel ein Restaurant der Weißen.
Rassistische Übergriffe drängen Mrs. und Mr. Mack mit ihrem Sohn in den Wald, weit weg von der Zivilisation. Es besucht sie eine Weiße, die die Ruhe stört und den Rückzug der Familie nicht akzeptiert.
Oliver veranschaulicht den Rassismus gegen die Schwarze Bevölkerung sowie die Wut, den Mut und das Engagement Schwarzer Amerikaner:innen in den 1950er und 60er Jahren. Die Bilder, die sie zeichnet, werden mir im Gedächtnis bleiben.
Wäre Diane Oliver nicht leider 1966 im Alter von 22 Jahren bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen, wäre sie sicherlich eine vielbeachtete Schriftstellerin geworden. Ihre frühen, feinen literarischen Erzählungen sollten Sie auf jeden Fall lesen! In diesem Jahr erschienen sie erstmals auf Deutsch, übersetzt von Brigitte Jakobeit und Volker Oldenburg, mit einem Nachwort von Tayari Jones.
Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit und Volker Oldenburg
Roman
Aufbau Verlag, 24,00 €