Hier finden Sie die zehn meistgelesenen Bücher des vergangenen Monats. Und wenn die Lieblingsbücher Ihrer Nachbarinnen und Nachbarn Sie neugierig gemacht haben, können Sie sie per Klick gleich in unserem Shop bestellen. Viel Spaß beim Stöbern!

Bestseller im April 2026

Siri Hustvedt: Ghost Stories

Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt geworden: eine allzeit spürbare Präsenz, schmerzlich und tröstlich zugleich. Sie trägt seine Jacke, sie meint, seine Zigarillos im Haus zu riechen, sie liest seine Bücher von Neuem. Und zum ersten Mal seit langer Zeit liest sie ihre eigenen Liebesbriefe, vom Beginn einer gemeinsamen Geschichte, die 43 Jahre währen sollte. Mit ihrem beispiellosen Trauer-, Gedächtnis- und Liebesbuch nähert sie sich dem unmöglichen Wunsch, Paul zu neuem Leben zu erwecken. Und Paul selbst kommt zu Wort, mit Briefen, die er für den Monate vor seinem Tod geborenen Enkel Miles hinterlassen hat. In diesem großen Werk der Erinnerung werden Fragen aufgeworfen, die alle Menschen angehen; es lässt eine einzigartige Liebes- und Lebensgemeinschaft wiedererstehen, die des legendär gewordenen Autorenpaars aus Brooklyn.

Übersetzung: Uli Aumüller, Grete Osterwald

Ein Buch der Erinnerung, Rowohlt, 25,00 €

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Svenja Leiber: Nelka

Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.

Übersetzung:

Roman, Suhkamp, 24,00 €

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Matthias Brandt: Nein sagen

Über den Mut, Nein zu sagen Angesichts der neuen Bedrohung der Demokratie durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erinnert der Schauspieler Matthias Brandt an den Mut der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen gegen das NS-Regime, zu denen auch seine Eltern gehörten.

Matthias Brandt hielt 2025 eine denkwürdige Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee - dem Ort, an dem viele der Beteiligten an dem Attentat gegen Adolf Hitler hingerichtet wurden.  Als Sohn des Emigranten und späteren Bundeskanzlers Willy Brandt und seiner Frau Rut nahm Matthias Brandt die Rede zum Anlass, aus heutiger Sicht über den Mut und die Motive der Verschwörer des 20. Juli und vieler anderer Widerstandskämpfer:innen, zu denen auch die eigenen Eltern gehört hatten, nachzudenken und auch sich selbst über notwendige Konsequenzen aus der Geschichte zu befragen.

Den Ausschlag, sich mit diesem, auf seiner Rede basierenden Buch politisch zu äußern, gaben für Matthias Brandt die bedrohliche Wiederkehr des Rechtsextremismus und die Wahlerfolge der AfD. 

Übersetzung:

Sachbuch, Kiepenheuer & Witsch, 16,00 €

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Elizabeth Strout: Erzähl mir alles

Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Ein unvergesslicher Roman über Liebe und Freundschaft - und das, was unausgesprochen bleibt im Leben. 'Ein wunderschönes Buch.' Oprah Winfrey Es ist Herbst in Crosby, dem kleinen Küstenstädtchen in Maine. Vor ein paar Jahren ist Lucy Barton, erfolgreiche Schriftstellerin und Mutter zweier erwachsener Töchter, mit ihrem Ex-Mann William hierhergezogen. In ein abseits gelegenes Haus am Meer. Doch die beschauliche Ruhe in Crosby wird gestört, als eine alte Frau spurlos verschwindet. Und auch Lucys Welt gerät still und leise aus dem Lot. Auf den einsamen Spaziergängen mit Bob Burgess, ihrem alten Freund und Vertrauten, sprechen beide über ihr Leben und über das, was hätte sein können. Und dann ist da noch die legendäre Olive Kitteridge, die pensionierte Mathematiklehrerin, die jetzt in einem Altersheim am Stadtrand lebt und auch mit 90 Jahren nichts von ihrem rauen Charme verloren hat. Vorsichtig freunden sich die beiden Frauen an. 

Übersetzung: Sabine Roth

Roman, Luchterhand, 25,00 €

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Joachim Meyerhoff: Man kann auch in die Höhe fallen

Mit Mitte fünfzig zieht der Erzähler zu seiner Mitte achtzigjährigen Mutter aufs Land, um dort an einem Roman über das Theater mit dem Titel »Scham und Bühne« zu schreiben. Es werden unvergleichliche, ereignisreiche Wochen, in denen er durch die Hilfe seiner Mutter aus einer tiefen Lebenskrise findet.
Nachdem er in Wien von einem Schlaganfall aus der Bahn geworfen wurde, hofft Joachim Meyerhoff, durch einen Neuanfang in Berlin wieder Fuß zu fassen. Doch alles kommt anders als gedacht. Die neue Stadt zerrt an den Nerven und die künstlerische Arbeit als Schriftsteller und Schauspieler fällt ihm von Tag zu Tag schwerer.
Auf der Geburtstagsfeier seines kleinen Sohnes ereignet sich ein Zwischenfall, der keinen Zweifel daran lässt, dass es so nicht weitergehen kann. Der Erzähler verlässt Berlin und zieht zu seiner Mutter aufs Land, die auf einem herrlichen Grundstück unweit vom Meer ein sehr selbstbestimmtes Leben führt. Mutter und Sohn sind sich immer schon sehr nah gewesen, aber diese gemeinsamen Wochen werden zu einer besonderen Zeit. Der Sohn klinkt sich ein in den Tagesablauf der Mutter, beginnt seinen Theaterroman und andere Geschichten zu schreiben und findet allmählich heraus aus Zorn und Nervosität, die ihn sein ganzes Leben begleitet haben.

Übersetzung:

Roman, Kiepenheuer & Witsch, 26,00 €

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Miriam Davoudvandi: Das können wir uns nicht leisten

Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein - Von der Gastgeberin des beliebten Podcasts Danke, gut.

'Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.'

Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das abgenutzte Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung - und sie ist bis heute ein Teil von ihr. Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind. Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit Menschen macht. Umso wichtiger ist es, Miriam Davoudvandis Geschichte zu hören. Sie spricht auch für all jene, die bisher keine Stimme hatten.

Übersetzung:

, Btb, 18,00 €

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Rainer Mühlhoff: Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus

Preisträger 2026 'Das politische Buch' der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Gefahren der Artificial General Intelligence

Elon Musk und Donald Trump kündigen massenhaft Verwaltungsmitarbeitern, um einen KI-Staat zu errichten. Tech-CEOs verkaufen künstliche Intelligenz als Heilsbringer für die größten Probleme der Menschheit, obwohl die entsprechende Industrie auf Ausbeutung und Menschenverachtung beruht. Warum lässt sich die Öffentlichkeit durch Spekulation über Erlösung oder Auslöschung durch KI von den erheblichen Schäden durch KI in unserer Gegenwart ablenken? Wie erkennen wir die zunehmend faschistischen Tendenzen, die sich im Zusammenspiel von Tech-Industrie und der neuen Rechten bilden? Rainer Mühlhoff entwickelt Antworten und diskutiert Lösungsansätze.

Übersetzung:

Sachbuch, Reclam Philipp Jun., Taschenbuch 8,00 €

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Christian Huber: Solange ein Streichholz brennt

Zwei Welten. Ein Moment. Alles ändert sich. Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will. Mit seinem Hund Fox kämpft er sich durch die Tage und Nächte. Hat jemand eine Chance auf die Liebe, der keine Chance im Leben hat? Die junge, einst aufstrebende Fernsehjournalistin Alina steckt fest. Im Job und in der Angst zu scheitern. Ihre letzte Chance auf eine TV-Karriere scheint eine Reportage über das Leben auf der Straße zu sein. Alina findet Bohm. 'Der Wind fegte über den Markt. Die Plane des Pavillons nebenan, an dem jemand Kerzen verkaufte, blähte sich auf, dass das Gestänge der Konstruktion schwankte. Unterdessen war eine junge Frau herangetreten. Braune Locken, ein teuer aussehender Mantel. Augenringe, die durch ihr Make-up schimmerten. Sie beugte sich vor, griff sich eine von Bohms Holzmäusen und legte sie wieder zurück. Dabei streifte ihr Blick den von Bohm für den Bruchteil einer Sekunde.' Plötzlich ist da etwas zwischen ihnen. Etwas, das nicht sein kann. Und ein Geheimnis, das ans Licht drängt. Christian Hubers mitreißende Liebesgeschichte über soziale Grenzen hinweg. Ein bewegender Roman über Schuld und Vergebung, über Liebe und Flucht. Und über die Kraft eines einzigen Moments, der so viel erzählen kann wie ein ganzes Leben. Mit Playlist als Soundtrack zum Buch! 

Übersetzung:

Roman, dtv Verlagsgesellschaft, 23,00 €

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Lukas Rietzschel: Sanditz

Das große Epos unserer Gegenwart Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel.  Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten- vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie.  Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit. 

Übersetzung:

Roman, dtv, 26,00 €

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