Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Josef H. Reichholf:
Das Leben der Eichhörnchen

Sachbuch. Mit Illustrationen von Johann Brandstetter, Hanser Verlag, 20,00 €

Haben Sie auch ein Eichhörnchen auf Ihrem Balkon oder Garten oder Hinterhof? Bewundern Sie beim Spazierengehen im Park die akrobatischen Sprünge der kleinen Nager? Dann ist das neue Buch von Josef Reichholf die ergänzende Lektüre. Er ist Biologe und Erzähler so führt er uns unterhaltsam in die Welt der Eichhörnchen. Wie sie schlafen und fressen, warum sie keinen Winterschlaf halten. Warum sie sich die Nase putzen und dass sie tatsächlich die „Hand" geben können. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und amüsiert sich ganz wunderbar!

Lesetipp von Sigrid Lemke - 22.01.2020


Janet Lewis:
Der Mann, der seinem Gewissen folgte

Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Höbel. Mit einem Nachwort von Rainer Moritz
Roman, dtv, 22,00 €

1664, ein kleines Dorf in Jütland, Dänemark.
Ein einarmiger Bettler erscheint im Pfarrhaus und behauptet, Niels, der Bruder des kürzlich verstorbenen wohlhabenden und allseits unbeliebten Morten Bruus zu sein.
Nun versuchen der Pastor, die alte Haushälterin und der hinzugezogene Friedensrichter die wahre Identität des Mannes zu klären, denn eigentlich gilt Niels Bruus als ermordet und für seinen Tod wurde vor Jahren bereits der gütige alte Pastor Sören Qvist verantwortlich gemacht, der letztendlich die Schuld für den Mord auf sich nahm und zum Tode verurteilt wurde.
So stellt der Bettler nun die alles entscheidende Frage. "Warum hat der Pastor erlaubt, dass sie ihn hinrichten? Er wusste doch, dass er mich nicht umgebracht hatte."
In einer Rückblende wird diese faszinierende Geschichte um Schuld, Moral, Intrige und Glauben erzählt. Und wir erfahren, welche schwerwiegenden Auswirkungen das Schuldeingeständnis des Pastors auf seine Familie hatte.
Die Amerikanerin Janet Lewis (1899-1998) hat diesen Roman schon 1947 verfasst. Als Grundlage dienten ihr historische Urkunden aus spektakulären Gerichtsfällen, die reine Indizienprozesse waren. Ebenfalls in deutscher Übersetzung erschien in dieser drei Bände umfassenden Serie 2018 das Buch "Die Frau, die liebte".
Besonders interessant fand ich den historischen Hintergrund der Geschichte, denn es werden die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf die ländliche Bevölkerung geschildert und Wallensteins Rolle darin.
Eine kleine lokale Randnotiz: Seit 1640 gehörte auch Altona unter König Christian IV zu Dänemark.

Lesetipp von Eva Lorenzen - 21.01.2020


Margaret Atwood:
Die Zeuginnen

Aus dem Englischen von Monika Baark
Roman, Berlin Verlag, 25,00 €

34 Jahre nach dem Erscheinen der "Report der Magd" veröffentlicht Booker-Preisträgerin Margaret Atwood eine Fortsetzung zu ihrem modernen Klassiker. Hier erfahren wir mehr zu den Hintergründen des Landes Gilead, seiner Bürger, seiner Herrscher und seiner Feinde.

Tante Lydia ist die wichtigste und mächtigste Frau Gileads. Schreiben darf sie nicht. Dennoch erzählt sie ihre Geschichte: Wie sie als ehemalige Richterin nun Frauen dazu erzieht, keinen eigenen Willen zu haben. Wie sie das System der Umerziehung und Unterdrückung aufgebaut hat, und wie sie es zu Fall bringen könnte.

Dann ist da noch die Geschichte eines jungen Mädchens aus gutem Hause, Agnes Jemima, die in Gilead erzogen wird, eine gute Ehefrau zu sein. Über ihr liegt der Schatten ihrer Mutter, einer entflohenen Magd, einer Art Leihmutter.

Der dritte Strang der Geschichte führt uns nach Kanada, zu Daisy, die einst aus Gilead entführt wurde. Sie geht in den Untergrund, um gegen das totalitäre Gilead zu kämpfen. Sie soll Gilead infiltrieren und mit einem Dokument die Revolution auslösen.

Super spannend, sprachlich wunderschön und zum Denken anregend. Für jede halbwegs an Frauenrechten interessierte Person ist Margaret Atwood ein Muss.
(Randnotiz: Als jemand, der den ersten Teil gelesen hat, kann ich leider nicht beantworten, ob man Teil 2 auch versteht, ohne Teil 1 gelesen zu haben.)

Lesetipp von Julie Hell - 10.01.2020


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