Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Norbert Scheuer:
Winterbienen

Roman, C.H. Beck, 22,00 €

Die Eifel im Januar 1944: Britische und amerikanische Bomber überfliegen die kleinen Orte und kündigen Zerstörung an. Egidius Arimond, ein aus dem Schuldienst entlassener Gymnasiallehrer, hat die Bienenzucht seines Vaters übernommen. Er ist Epileptiker und je länger der Krieg dauert, umso schwieriger wird es für ihn, die dringend benötigten Medikamente zu bekommen.
Aber Egidius ist nicht nur Imker, er arbeitet als Fluchthelfer und bringt jüdische Flüchtlinge an die belgische Grenze und beginnt trotzdem eine Affäre mit der Frau des NS-Kreisleiters.
Doch dem zerstörerischen Kriegsalltag stellt Norbert Scheuer das friedfertige Leben eines Bienenjahres entgegen, in dem es um Vermehrung und Dauer geht.
Scheuers Sprache ist klar und nüchtern und doch auch voller Poesie. Das harmoniert sehr gut mit der Form der Tagebuchaufzeichnungen, die ergänzt werden durch 13 kleine Illustrationen verschiedener Flugzeugtypen, die der Sohn des Autors, Erasmus, gezeichnet hat.

Lesetipp von Sigrid Lemke - 31.07.2019


Katerina Poladjan:
Hier sind Löwen

Roman, S. Fischer, 22,00 €

Als ich dieses Buch las, habe ich mir erst mal einen Atlas geholt um zu sehen, wo Armenien, dieses kleine Land, genau liegt - also ein Binnenland im Kaukasus, umgeben von Georgien, Aserbaidschan, Iran und der Türkei. Armenien zählt nur ca. 3 Millionen Einwohner. Mir war bekannt, dass der Sänger Charles Aznavour aus Armenien stammte und ich wusste einiges über den Völkermord an den Armeniern (1915-1917).
Die Autorin Katerina Poladjan ist in der Sowjetunion geboren und ihr Großvater war ein Überlebender des Völkermordes.
Sie kam Ende der 1970er-Jahre nach Deutschland. So kann der Leser sicher familiäre Wurzeln inihrem Roman erkennen. Die Protagonistin Helen Mazavian bewirbt sich als Restauratorin alter Handschriften um ein Praktikum in den Werkstätten der Süleymaniye-Bibliothek. Sie erhält eine Zusage und fliegt nach Jerewan. Dort wird sie herzlich aufgenommen, obwohl sie kein Armenisch sondern nur Türkisch und Russisch spricht. Kurz vor dem Abflug hat ihre Mutter ihr ein Foto gegeben, auf dessen Rückseite stand: Artaschat 1957. Es war aus dem Nachlass des Großvaters. Ihre Mutter bittet sie, Erkundigungen über dieses Foto einzuholen.
Die Familienbibel, die sie restaurieren soll, zieht Helen in ihren Bann. Sie findet Worte, Satzfetzen, die sie sich übersetzten lässt. Zum Beispiel „Hrant will nicht aufwachen". Poladjan erzählt noch eine zweite Geschichte: die Flucht der Geschwister Anahid und Hrant. Deren Mutter ruft ihnen zu: „Nehmt die Bibel und lauft". Die Mutter hat einen großen Glauben an die Kraft des Buches. Auf der Flucht geht den Geschwistern aber die Familienbibel verloren. Helen versucht nun das Rätsel der Familienbibel zu lösen. Der Leser erfährt viel über das heutige Armenien. Es ist eine Geschichte von Exil und Schmerz.

Lesetipp von Ingrid Fiedler - 26.07.2019


Dinah Jefferies:
Die Saphirtochter

Übersetzung: Aus dem Englischen von Andrea Koonen
Roman, Lübbe, 15,00 €

Ceylon 1935: Louisa ist seit zwölf Jahren verheiratet und eigentich ist ihre Ehe perfekt, nur ein Kind wünscht sie sich unbedingt.
Als Eliottt plötzlich stirbt, bricht ihre Welt zusammen. Bald stellt sie fest, dass ihr Mann so einige Geheimnisse hatte. Der Versuch diese zu ergründen, führt sie auf die Zimtplantage des rauhen, aber gut aussehenden Bachelors Leo McNairn. Eliott hatte viel Zeit auf der Plantage verbracht und Leo scheint mehr über ihn zu wissen als er vorgibt. Louisa gibt ihr Bestes, um ihr Leben wieder auf die Beine zu stellen. Aber immer wieder führt es sie zur Zimtplantage. Langsam entwickelt sich eine vorischigte Freundschaft zwischen Louisa und Leo. Aber es gibt auch noch den mysteriösen Portugiesen, der behauptet Eliott hätte Schulden bei ihm gehabt und nun nicht locker lässt... Ein wunderbar leichter Roman über Familie, Liebe, Vertrauen und ein klein wenig Erpressung. Perfekt für den Urlaub.

Lesetipp von Julie Hell - 15.07.2019


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Honoré de Balzac: Ein Abglanz meines Begehrens
von Nicole Christiansen , 26.09.2018

Chan Ho-kei: Das Auge von Hongkong
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