Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Jan Seghers:
Der Solist

Kriminalroman , Rowohlt, 20,00 €

An den Anschlag im Dezember 2016 auf einen Berliner Weihnachtsmarkt können wir uns alle erinnern und der Name des Attentäters „Anis Amri" ist uns wohl auch geläufig.
Im September 2017 kommt ein Spitzenbeamter des BKA nach Berlin zur neuen Sondereinheit SETA, die nach dem Attentat zur Terrorabwendung gegründet wurde. Neuhaus ist nur dem BKA-Präsidenten unterstellt und soll als „Solist" arbeiten. Kaum in Berlin angekommen, gibt es einen Toten: David Schuster, ein umstrittener jüdischer Aktivist wurde erschossen. Ein Bekennerschreiben „Kommando Anis Amri" liegt neben ihm. Neuhaus und seine neue Kollegin Grabowski nähern sich an und haben doch kaum Zeit, denn schon bald findet man wieder eine Tote. Eine türkischstämmige Anwältin, die vor allem Frauen verteidigte und ein lebendiges Liebesleben hatte. Und wieder ein Bekennerschreiben....
Jan Seghers hat uns über viele Jahre mit seinen Krimis um Kommissar Marthaler begeistert und hat nun den Auftakt zu einer neuen Serie geschrieben. Neuhaus ist ein spezieller Charakter, hat sehr eigene Ermittlungsmethoden und einen kritischen Blick auf seine PolizeikollegInnen. Das bietet Stoff für folgende Romane, auf die ich mich schon sehr freue!

Lesetipp von Sigrid Lemke - 23.02.2021


Dolly Alderton :
Gespenster

Aus dem Englischen von Eva Bonné
Roman, Atlantik/Hoffmann und Campe, 22,00 €

Wir alle haben Freunde aus Kindertagen, mit denen wir seit der Grundschule nicht mehr geredet haben, an die wir aber immer noch denken. Verwandte, die wir seit Jahren nicht gesehen haben, aber deren Nudelsalatrezept wir regelmäßig kochen. Einen ehemaligen Geliebten, dessen Pulli noch immer hinten im Schrank liegt. Gespenster unseres Alltags. Genau von diesen Gespenstern schreibt Dolly Alderton.
Nina ist 32, hat sich gerade eine renovierungsbedürftige Eigentumswohnung in London gekauft und ist noch immer auf der Suche nach dem perfekten Mann. Ihre einzige Single-Freundin empfiehlt ihr eine Dating-App, und obwohl Nina skeptisch ist, lernt sie dort bald Max kennen. Schon beim ersten Date erzählt er ihr, nur halb im Scherz, das er sie heiraten möchte und von da an sind sie unzertrennlich. Max ist cool, weiß genau was er im Leben möchte, ist ein wenig mysteriös und ein bisschen widersprüchlich. Alles im allem: sehr attraktiv. Auch äußerlich. Bei ein paar Themen schaltet er immer sofort ab. Aber das ist doch normal, oder? Schließlich hat Nina auch ein paar Themen über die sie nicht sprechen möchte. Zum Beispiel, dass ihre beste Freundin nur noch Zeit und Gedanken für ihre Kleinkinder haben. Über die Demenz ihres vorher so brillianten Vaters. Wie er immer weiter in seine eigene Realität und Vergangenheit abrutscht. Und ihre Mutter überfordert damit ist. Und plötzlich ist Max dann weg...

Ein teils tragischer Roman, der mit geschickt-brilliantem Humor erzählt, wie es ist Anfang 30 zu sein, seinen Freundinnen beim Mutter-werden zuzusehen, sich mit verrückten Nachbarn zu streiten, zu albernen Junggesellinnenabschieden zu gehen, seinen Eltern beim Älterwerden zuzuschauen und sich in der modernen Welt zu verlieben. Für alle jungen Frauen jeden Alters.

Lesetipp von Julie Hell - 22.02.2021


John Boyne:
Die Geschichte eines Lügners

Aus dem Englischen übersetzt von Maria Hummitzsch und Michael Schickenberg
Roman, Piper Verlag, 24,00 €

Ich bin ein großer John-Boyne-Fan habe ich mich sehr gefreut, als ich kürzlich seinen neuen Roman auspackte! Schon das Cover macht neugierig: Ein altmodische Schreibmaschine mit einem eingespannten Blatt, auf dem gerade das Titelblatt eines neuen Romans getippt wird. Aber komisch: Nicht John Boyne soll der Autor sein, der Name ist durchgestrichen, sondern ein gewisser Maurice Swift...
Und dieser ist auch die Hauptfigur des Romans: Maurice Swift, der so gern das Leben eines anerkannten und erfolgreichen Autors führen möchte. Es gibt allerdings ein Problem: Er hat keine Idee, worüber er schreiben soll. Das Handwerk des Schreibens hat er gelernt und er erkennt auch eine gute Geschichte, wenn sie ihm begegnet, aber eigene Kreativität? Fehlanzeige!
Als der schöne, junge Mann dann dem arrivierten Autor und Literaturprofessor Erich Ackermann begegnet, ist dieser bezaubert von Maurice und vertraut ihm ein Geheimnis an...
Ein packender Roman über einen schönen, boshaften, egoistischen Mann und dessen Sucht nach Ruhm, aber auch eine amüsante, zum Teil zynische Betrachtung des Literaturbetriebs.

Lesetipp von Susanne Sießegger - 21.02.2021


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