Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Laetitia Colombani:
Das Haus der Frauen

Aus dem Französischen von Claudia Marquardt
Roman, S. FISCHER, 20,00 €

Nachdem Solène mit ansehen muss, wie sich ihr Mandant im Gerichtsgebäude in die Tiefe stürzt, fühlte sie sich, als ob „ihr Leben in Stücke gesprengt" wurde. Sie erleidet ein Burn-out und muss für Wochen in eine Klinik. Bestückt mit Antidepressiva versucht sie, wieder in ihrem Leben Fuß zu fassen. Ihr Psychiater rät ihr zu einem Ehrenamt, und so wird sie Schreiberin im Haus der Frauen, einem Ort der Zuflucht für Frauen unterschiedlicher Herkunft, die unter menschenverachtende Bedingungen leben mussten.
Solène beginnt, sich für die Gründerin dieses Hauses zu interessieren. Und so geht sie mit uns zurück in das Jahr 1925 in Paris und erzählt die Geschichte von Blanche Peyron, einer mutigen und unerschrockenen Frau, die die Bewegung der Heilsarmee gegen viele Widerstände in Frankreich etablierte. Und die mit all ihrer Kraft für die Errichtung des Palastes der Frauen kämpfte, der 1926 eingeweiht wurde.
Mich hat der Roman sehr bewegt. Der Einblick in die Gründungszeit der Heilsarmee und die beeindruckende Geschichte von Blanche Peyron, die getrieben war von dem Bedürfnis, Menschen am Rande der Gesellschaft zu helfen, haben mir eine neue Sicht auf diese christliche Organisation mit ihrem sozialen Engagement für alle Notleidenden, „ohne Ansehen der Person", gewährt. Es ist eine ergreifende und nachhaltige Geschichte, die nicht nur diejenigen begeistern wird, die schon den vorangegangenen Roman „Der Zopf" gerne gelesen haben.

Lesetipp von Maike Arndt - 04.03.2020


Jami Attenberg:
Nicht mein Ding

Aus dem Englischen von Barbara Christ
Roman, Schöffling & Co., 22,00 €

Andrea Bern ist 39, lebt in New York, arbeitet in einer Agentur, ist eigentlich Künstlerin, hat ein ausschweifendes Ausgehverhalten und ein leicht verkorkstes Liebesleben. Sie ist kinderlos. Und Single. Für die beiden letztgenannten Attribute muss sie sich tatsächlich rechtfertigen. Immer noch, in der heutigen Zeit, in der Großstadt New York.
Andrea geht ihren Weg kompromisslos, wild und unkonverntionell. Als dann die Freundinnen und ihr Bruder Familien gründen, muss sie sich immer wieder erklären. Und das ärgert sie.
Wie in "Die Middlesteins" erweist sich die 49-jährige US-Autorin wiederum als Meisterin des Familienromans.
Als Andreas Mutter nämlich New York verläßt, um Andreas Bruder und dessen Frau und deren todkranker Tochter beizustehen, hebt Attenberg die Geschichte noch mal auf eine andere Ebene, die familiäre oder auch eine allgemeine: Es geht zunehmend auch um die Frage, was sie wirklich vom Leben will und wie nah sie ihrer Familie sein möchte. So wird "Nicht mein Ding" zum Entwicklungsroman. Wird Andrea ihre Ablehnung von Familie und Kindern aufgeben?
Toller Roman, interessante Figuren, lesen!

Lesetipp von Susanne Sießegger - 25.02.2020


Yves Grevet:
VRONT - Was ist die Wahrheit?

Aus dem Französischen von Nadine Püschel
Jugendbuch ab 14 Jahre, mixtvision, 19,00 €

In einer nicht allzu fernen Zukunft hat die digitale Überwachung der Menschheit extrem zugenommen. Jeder hat einen implantierten Chip, welcher unter anderem die Körperfunktionen misst und kontrolliert. Eltern können Bewegungsparameter für ihre Kinder festlegen. Dies bewirkt, dass den betroffenen Kindern schlecht wird, sobald sie das zugelassene Gebiet verlassen.
Eine Gruppe von Jugendlichen bildet eine Widerstandsbewegung gegen das vorherrschende System, deren Anführer Scott, der große Bruder des 13-jährigen Stan ist. Nachdem Scott verhaftet wird, beginnt sein Bruder das System, welches er zuvor immer unterstützt hat, zu hinterfragen. Ein sehr intelligenter Zukunftsthriller der spannend und hintergründig zugleich ist!

Lesetipp von Andreas Mahr - 24.02.2020


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Adrian McKinty: The Chain - Durchbrichst du die Kette, stirbt dein Kind
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Stig Sæterbakken: Durch die Nacht
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Claus-Peter Lieckfeld: Die Flucht des großen Jägers
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Esi Edugyan : Washington Black
von Andreas Mahr , 26.08.2019

Norbert Scheuer: Winterbienen
von Sigrid Lemke , 31.07.2019

Katerina Poladjan: Hier sind Löwen
von Ingrid Fiedler , 26.07.2019

Dinah Jefferies: Die Saphirtochter
von Julie Hell , 15.07.2019

L.P. Hartley: Ein Sommer in Brandham Hall
von Susanne Sießegger , 26.06.2019

Heinz Bude: Solidarität
von Sönke Christiansen , 25.06.2019

Don Winslow: Jahre des Jägers
von Andreas Mahr , 29.05.2019

Leïla Slimani: All das zu verlieren
von Nicole Christiansen , 28.05.2019

Caroline Eden: Schwarzes Meer. Ein Reise- und Kochbuch
von Nicole Christiansen , 28.05.2019

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