Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Gordon Korman: The Fort - Das Geheimnis eines Sommers

Lesetipp von Annette Quest - 08.02.2024

Aus dem Amerikanischen von Kanut Kirches
Jugendbuch empfohlen ab 12 Jahren, Beltz & Gelberg, 16,00 €

Evan, Jason, Mitchell, C.J. und Ricky sind sofort Feuer und Flamme, als sie den unterirdischen Bunker im Wald entdecken. Er hat Strom, Wasser, Heizung – sogar einen alten Fernseher mit Videogerät, auf dem sie Filmklassiker wie den 'Weißen Hai', 'Star Wars' oder 'Alien' anschauen können. Wen stört es da, dass die Ravioli- und Chilibohnendosen aus den 1970er Jahren stammen? Für die Jungs ist es eine Oase der Freiheit und des Spaßes, in der sie ihre familiären Probleme, die sie teilweise sogar untereinander verschweigen, endlich einmal eine Zeitlang vergessen können. Klar, dass alle diesen spektakulären Fund für sich behalten!
Doch dann kommt man ihnen dennoch auf die Spur und plötzlich wird ihr Versteck zur lebensgefährlichen Falle ...

Eine fesselnde Coming-of-Age-Geschichte mit Tiefgang und unwiderstehlichem Humor!

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Claire Keegan: Liebe im hohen Gras

Lesetipp von Eva Lorenzen - 18.01.2024

Hans-Christian Oeser und Inge Leipold
Roman, Steidl Pocket, 19,80 €

Die Autorin Claire Keegan, 1968 in Irland geboren, hat neben einigen Romane hauptsächlich Erzählungen veröffentlicht, unter anderem "Das dritte Licht", welche als preisgekrönter Film unter dem Titel "The Quiet Girl" im letzten Jahr in die deutschen Kinos kam.

Eine besondere Qualität ihrer Erzählungen besteht darin, dass sie es mit wenigen Sätzen schafft, die Lesenden direkt in diese kurzen, intensiven Geschichten eintauchen zu lassen. Die meisten handeln von Frauen, von Momenten, oder Jahren ihres Lebens. Einige der Protagonistinnen zeichnet ihre Zielstrebigkeit aus, andere verharren in Passivität. Sie erfahren Einsamkeit und Lieblosigkeit, bleiben dabei aber immer hoffnungsvoll.

In "Antarktis" wagt eine Ehefrau und Mutter (bevor sie sich zu alt fühlt), einen Seitensprung. Dabei gerät sie an einen sehr
fürsorglichen Mann....

In "Schwestern" erträgt Betty, das hässliche Entlein, das Leben mit dem schwierigen Vater, schlägt sogar einen Heiratsantrag aus, kümmert sich um Haus und Hof und genießt nach seinem Tod ihre Freiheit. Bis ihre schöne Schwester Louisa samt Kindern für die jährlichen Sommerferien auf dem Land anreist. Die Familie lässt sich wie selbstverständlich bedienen, ohne Dank oder Hilfe. Als sich aber ihre Abreise immer weiter verzögert, bzw. der Eindruck entsteht, sie wollten bleiben, greift die stille Betty zu einem drastischen Mittel, um die Verwandtschaft loszuwerden!

"Liebe im hohen Gras" handelt von Cordelia, die ihr Haus 10 Jahre lang nicht verlässt, um auf ihre große Liebe zu warten. Er, nur "der Arzt" genannt, hatte ihr versprochen, wenn seine Kinder erwachsen sind, seine Frau zu verlassen und zu ihr zu kommen. Doch genau nach 10 Jahren am Silvesterabend, am verabredeten Treffpunkt, ist es nicht "der Arzt" der auftaucht....

Ein ganz tolles, vielfältiges Buch, mit Geschichten, die noch lange im Gedächtnis bleiben!

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Sylvain Tesson: Weiß

Lesetipp von Sönke Christiansen - 15.01.2024

Aus dem Französischen von Nicola Denis
Roman, Rowohlt, 23,00 €

Von Sylvian Tesson gibt es schon einige Bücher über seine zahlreiche Reisen. Zuletzt den packenden Bericht über eine Reise nach Zentralasien zu den letzten Schneeleoparden (2022).
Sein neues Buch „Weiß" habe ich mit in den Winterurlaub in die Alpen genommen, denn dieses Buch handelt von einer Alpenüberschreitung. Doch mit einem Ski-Urlaub im herkömmlichen Sinne hat es wenig zu tun. Jeweils im März der Jahre 2018 bis 2021 durchwandert der Autor zusammen mit seinem Freund und Bergführer Daniel du Lac auf Skiern die Alpen von der französischen Mittelmeerküste bis nach Triest, immer jeweils nahe des Alpenhauptkamms. Sie legen dabei 1600 km zurück und überwinden insgesamt 60.000 Höhenmeter.
Nach kräftezehrenden Tagestouren, die häufig morgens um 5 Uhr starten und den ganzen Tag dauern, übernachten sie meist in ungeheizten Blechhütten oder Winterräumen von Alpenhütten. Die beiden Freunde sind froh, wenn sie hier die Temperatur auf 1 Grad erwärmen können. Die vorherrschende Farbe weiß wird für Tesson zum Sehnsuchtsort, in die er eintaucht: Glück, Erfüllung und Gefahr gleichzeitig.
„Es ging nicht darum, ein Bergmassiv zu überwinden, sondern mit einer Substanz zu verschmelzen".
Wie Dirk Fuhrig in seiner WDR online Rezension treffend beschrieb, ist dieses Buch eine Mischung aus einer „Reinhold-Messner-Extremtour und einem alpinen Jakobsweg".
Seine Erlebnisse reflektiert Tesson mit Hilfe literarischer Größen wie Sartre, Paul Claudel, Andre Gide, Proust und vor allem Rimbaud. Das macht den Text teilweise etwas zäh, da hilft dann im Zweifel Querlesen...
Insgesamt hat mich dieser Bericht aber sehr gefesselt. Tesson gelingt es, den Leser*innen seine Reise-Begeisterung bis zum Schluss zu vermitteln – da genießen die beiden Wanderer ein Bad in der Adria.

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Anja Reich: Simone

Lesetipp von Nicole Christiansen - 11.01.2024

Roman, Aufbau Verlag, 23,00 €

Simone begeht im Oktober 1996 Suizid. Sie ist 27 Jahre alt. Viele Jahre später macht sich die Autorin und Journalistin Anja Reich auf Spurensuche, sie möchte eine Erklärung für den Selbstmord ihrer Freundin finden.
Sie recherchiert die Geschichte einer Familie in der Mitte des 20. Jahrhundert in der DDR. Dana, eine junge Tschechin, geht nach Mecklenburg und trifft dort Ulrich. Sie bekommen zwei Kinder: Andre und Simone. Beide Eltern haben erfolgreich ihr Medizinstudium beendet und wollen ihren Facharzt machen.
Weil kein Krippenplatz frei ist, geben sie die neugeborene Simone fünf Tage und Nächte in der Woche in die Wochenkrippe. Solche Wochenkrippen waren in den fünfziger und sechziger Jahren in sozialistischen Länder üblich.
Das zweite „Verbrechen" an ihrer Tochter, (so erzählt es Simones Mutter heute der Autorin Anja Reich) war Simones Verschickung zu den Großeltern in die CSSR, damit die Eltern ihren Umzug aus Pasewalk nach Berlin organisieren können. Die damals fünfjährige Simone bleibt 6 Monate in dem Dorf Skrochovice. Sie versteht kein Wort Tschechisch und leidet unter großem Heimweh.
Zurück in Berlin kommt Simone im Bezirk Lichtenberg in die Schule. Die Familie wohnt in einem DDR-Neubaugebiet, die Eltern finden Arbeit als Fachärzte und für Mutter Dana „ging ein Traum in Erfüllung".
Hier werden sich auch die Biografien von Simone und Anja kreuzen. Der Mauerfall wird in ihrer beider Leben eine Zäsur. Sehr eindrucksvoll schildert die Journalistin Anja Reich die Nachwendezeit und recherchiert, warum das Leben von Simone in den Neunzigerjahren völlig aus den Fugen gerät. Dieses Buch bietet seinen LeserInnen eine sehr berührende Lebens- und Freundschaftsgeschichte.

Für mich persönlich, die als Frau aus dem Westen die Neunzigerjahre in Berlin erlebte, erweitert diese Geschichte meinen Horizont gen Osten.

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Andreas Eschbach: ZAP. Für die einen ist es Vergnügen. Für ihn ein Albtraum.

Lesetipp von Andreas Mahr - 09.01.2024

Jugendbuch ab 14 Jahren, Arena Verlag, 20,00 €

Finn ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher, ein wenig eigenbrötlerisch vielleicht, aber nicht viel mehr als andere. Er lebt mit seiner Familie in einer kleinen Stadt, in der kaum etwas Außergewöhnliches geschieht. Das ändert sich, als Finn eines Tages nach der Schule nach Hause kommt und in der elterlichen Wohnung fremde Menschen wohnen. Doch das ist erst der Anfang: Die Straßennamen sind plötzlich andere, wildfremde Menschen behaupten, ihn zu kennen, alle Bilder auf seinem Handy sind verschwunden beziehungsweise ihm unbekannt. Hat er etwa den Verstand verloren oder ist er in einem Paralleluniversum gelandet? Stück für Stück und mit Hilfe einer Mitschülerin kommt er dem Mysterium auf die Spur: Er ist Gegenstand eines monströsen TV-Experiments! Finn beschließt , den Spieß umzudrehen...

Andreas Eschbach ist bekannt für futuristische Gedankenspiele und dieser Roman beweist einmal mehr, dass er dieses Geschäft beherrscht. Auch wenn die Idee nicht ganz neu ist, bleibt die Handlung sehr spannend und unerwartet.

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Hachikai Makino: Im Schneeland

Lesetipp von Annette Quest - 08.01.2024

Aus dem Japanischen übersetzt von Eva Roth
Kinderbuch empfohlen ab 4 Jahren, atlantis Verlag, 18,00 €

Schnee ist schon etwas ganz Besonderes. Wenn die Welt unter seiner Decke ganz still wird, als hielte sie den Atem an.
Der kleine Hase Finn zieht seinen Schlitten den Berg hinauf zum Haus von Fluffi Corolli, einem eisbärigen Riesen, der nur bei Schnee nach draußen kommt. Während Finn an einer leckeren Eisblume knabbert, landet doch tatsächlich direkt neben ihm die Schneefee selbst mit ihren grauen Wölkchen und beginnt zu schneien! Und dann erfüllt sie Finn sogar den Wunsch und tanzt zusammen mit Fluffi Corolli vor dem Fenster seiner kranken kleinen Schwester Tanja, und sie ruft: „Oh! Das ist so schön!"
Ich stimme ihr zu, das ist es wirklich! Chiho Makino ist es gelungen, mit seinen wunderschönen verträumten Bildern den zarten Zauber des Schnees einzufangen!

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Elle McNicoll: Wie unsichtbare Funken
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