Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Willem Elsschott:
Maria in der Hafenkneipe

Aus dem Niederländischen von Gerd Busse
Roman, Unionsverlag, 18,00 €

An einem elenden Novemberabend in Antwerpen 1938 möchte Frans Laarmans nach getaner Arbeit nur noch schnell nach Hause eilen, um hinter dem warmen Ofen seine Zeitung zu lesen.
Da begegnen ihm drei afghanische Seeleute, die ihm den Boden einer Zigarettenschachtel vor die Nase halten, worauf der Name Maria van Dam, Kloosterstraat 15 gekritzelt steht.
Während Frans sich müht, den drei Matrosen auf Englisch den Weg zu der gesuchten Maria zu beschreiben, taucht plötzlich ein grobschlächtiger Kerl auf und droht den Fremden Prügel an.
Frans hilft ihnen und gemeinsam machen sie sich jetzt auf die Suche nach Maria. In dieser Nacht im Nieselregen verschwinden unter ihnen auf wundersame Weise die Vorurteile gegenüber anderen Kulturen und die Verstrickungen zwischen Gott und Allah. Auf ihrer Suche werden aus den Fremden Freunde!

Willem Elsschot (1882 -1960) war das Pseudonym von dem flämischen Autor Alfons De Ridder, der diese Novelle 1946 schrieb. Auch wenn das Wort Weihnachten in seinem Text nicht vorkommt, ist das Büchlein im schmucken roten Leineneinband zum Fest ein ganz besonders passendes Geschenk.

Lesetipp von Nicole Christiansen - 25.11.2020


Petra Oelker:
Im schwarzen Wasser

Kriminalroman , Rowohlt Taschenbuch, 12,00 €

Wissen Sie was und wo das Eimbecksche Haus im Hamburg des 18. Jahrhunderts war?
Ein Haus für viele Interessen: Ratsweinkeller, Lotterie, Totenkammer und öffentlicher Hörsaal, in dem vor Publikum seziert wurde.
Auch im elften historischen Kriminalroman von Petra Oelker erfahren wir ein Menge über die Geschichte Hamburgs und können Rosina, die nun Madame Vinstedt heißt, durch die engen Gassen begleiten. Petra Oelker läßt auch diesmal das erprobte Ermittlerteam Weddemeister Wagner und Rosina, die ehemalige Komödiantin einen Mord aufklären: Ein junger Mann, Hippolyt Meunier, wird ermordet in der ätzenden Brühe einer Gerberei gefunden.
Meunier war Mechaniker und tüfftelte an einer großen Erfindung, die ihm viel Geld einbringen sollte, doch dafür brauchte er erst mal Startkapital. Nun sind das Geld und die Pläne verschwunden sind verschwunden und Meunier ist tot...
Petra Oelker ist auch diesmal ein spannendes und vergnügliches Hamburg-Panorama gelungen – genau die richtige Lektüre für einen nebligen Wintertag!

Lesetipp von Sigrid Lemke - 20.11.2020


Britt Bennett:
Die verschwindende Hälfte

Aus dem Amerikanischen von Isabel Bogdan und Robin Detje
Roman, Rowohlt, 22,00 €

Mallard: Eine Kleinstadt im südlichen Louisiana der 60er Jahre. Erbaut vom Sohn einer Sklavin und Erben eines Plantagenbesitzers. Er wollte einen sicheren Ort erschaffen für Menschen, die zu zu hellhäutig sind um Schwarz zu sein und zu dunkel, um von den Weißen akzeptiert zu werden. Heraus kam ein Ort, in dem sich alles darum dreht, dass die nachfolgende Generation noch heller als die letzte ist. Hier wachsen die Zwillinge Desiree und Stella auf, doch sie sehen durch die Illusion ihrer Stadt hindurch. Die helle Haut hat weder ihren Vater gerettet, noch haben sie die Möglichkeiten der „echten" Weißen. Mit 16 fliehen die beiden gemeinsam, aber um unterschiedliche Ziele zu erreichen. Desiree wird zurückkehren, mit dem dunkelsten Kind an der Hand, das Mallard je gesehen hat. Stella entschwindet leise in die Welt der Weißen und in eine Lüge, die ihr Leben übernimmt.

Eine ergreifende Familiengeschichte über zwei Generationen, die Bedeutung von Hautfarbe und der eigenen Identität erkundet. Der Roman erschien in den USA nur eine Woche nach dem Mord an George Floyd und wurde zum Buch der Black-Lives-Matter-Bewegung. Er beschreibt gekonnt die Lebensweisen der unterschiedlichen Gemeinschaften und ihrer Schnittpunkte und wirft Fragen der Vergangenheit auf, die uns auch in Zukunft noch beschäftigen werden.

Lesetipp von Julie Hell - 19.11.2020


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Britta Teckentrup (Illustrationen) Patricia Hegarty (Text): Zuhause
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Torben Kuhlmann: Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit
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Laura Zimmermann: Meine Augen sind hier oben
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Marc-Uwe Kling: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat
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Colum McCann: Apeirogon
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Ann Petry: The Street
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Wolfgang Büscher: Heimkehr
von Sönke Christiansen , 20.08.2020

Taylor Jenkins Reid: Daisy Jones and The Six
von Eva Lorenzen , 19.08.2020

Henrike Wilson: Das kleine Nein-Schwein
von Susanne Sießegger , 18.08.2020

Olivier Tallec: Das ist mein Baum
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Ulrike Almut Sandig: Monster wie wir
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John Boyne: Cyril Avery
von Julie Hell , 28.07.2020

Lina Bengtsdotter: Löwenzahnkind. Die Charlie-Lager-Serie (1)
von Sigrid Lemke , 28.07.2020

Josh Pyke: Licht aus, Leon!
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