Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Dennis Lehane:
Der Abgrund in dir

Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Steffen Jacobs und Peter Torberg
Roman, Diogenes, 25,00 €

Das Leben der Rachel Childs, die mit 36 Jahren ihren Mann erschießt, gliedert sich in dem Roman „Der Abgrund in dir", der sich wie ein Thriller liest, in drei Kapitel. Rachel ist drei, als der Vater die Familie verläßt und vollständig aus ihrem Leben verschwindet. Sie wird ihre Mutter später immer wieder nach seinem vollständigen Namen fragen und keine Antwort erhalten.
Nach dem plötzlichen Tod der Mutter, die niemals verheiratet war, aber ausgerechnet mit einem berühmten Eheratgeber-Buch großen Erfolg hatte, beauftragt Rachel einen Detektiv mit der Vatersuche. Im zweiten Teil des Buches arbeitet Rachel als TV-Journalistin in Krisengebieten und bricht vor laufender Kamera zusammen. Sie leidet unter Agoraphobie und kann das Haus nicht mehr verlassen. Auch ihre Ehe zerbricht. Und dann taucht der uns bereits bekannte Detektiv wieder auf, der sich rührend um Rachel kümmert und schließlich Ehemann Nr.2 wird. Happy End? Im dritten Teil nimmt die Geschichte einen überraschenden Verlauf, der hier natürlich nicht verraten wird. Dennis Lehane, der in den USA als Drehbuchautor einen großen Namen hat, weckt bei der Leserin oder beim Leser Bilder im Kopf, und am Ende finden wir den Abgrund in uns ... alles scheint möglich.

Lesetipp von Nicole Christiansen - 30.10.2018


Melanie Levensohn:
Zwischen uns ein ganzes Leben

Roman, Fischer Taschenbuch , 16,99 €

Die junge Französin Béatrice ist eine Karrierefrau, die bei der Weltbank in Washington arbeitet. Sie lernt die ehrenamtliche Sozialarbeiterin Lena kennen. Durch Lena trifft Béatrice auf Jacobina mit der sie sich anfreundet. Jacobina lebt mit einem schlechtem Gewissen: Sie hat ihrem Vater auf dem Sterbebett versprochen, nach der im 2. Weltkrieg verschwundenen und ihr unbekannten Halbschwester Judith zu suchen. Für Judith, eine jüdische Studentin, wurde es 1940 in Paris unter der deutschen Besatzung immer gefährlicher. Sie plante heimlich die Flucht und war plötzlich verschwunden. Das Versprechen ihrem Vater gegenüber hat Jacobina aber ihr Leben lang nicht eingelöst. Nun bleibt ihr dazu – mehr als fünzig Jahre später - nicht mehr viel Zeit. Gemeinsam mit Béatrice macht sich Jacobina auf die Suche nach Judith...
Die Autorin, geb. 1970 in der Nähe von Frankfurt, hat sehr sorgfältig recherchiert. Es ist eine literarische Fiktion über drei starke Frauen, grundverschieden. Ein lesenswertes Buch, das sicher viele interessierte Leser*innen finden wird.

Lesetipp von Ingrid Fiedler - 18.10.2018


Sven Stricker:
Sörensen fängt Feuer

Kriminalroman, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 11,00 €

Kommissar Sörensen ist nun schon seit drei Monaten in Katenbüll hinterm Deich. Sein erster Fall war spektakulär und hat ihn bekannt gemacht, aber nun soll es eigentlich ruhig und beschaulich weitergehen. Aber ausgerechnet kurz vor Weihnachten läuft ein junges Mädchen dem Musiker Ole nachts vors Auto. Sie ist blind, nur mit einem Nachthemd bekleidet und verrät nur ihren Vornamen: Jette. Offensichtlich wurde Jette von ihrem Vater in einem Keller gefangen gehalten und hat Angst, von ihm gefunden zu werden.
Als sie das Versteck entdecken, findet Sörensen auch den Vater: tot, mit diversen Messerstichen ermordet. Ans Licht kommt eine kleine verschworene Gemeinschaft, die von religiösem Wahn beherrscht wird und mittendrin Sörensen, der gegen seine eigenen Dämonen ankämpft. Stricker ist auch dieses Mal wieder ein spannender und schräger Kriminalroman gelungen, der wunderbar in diese Jahreszeit passt!

Lesetipp von Sigrid Lemke - 11.10.2018


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