Nach dem Zerfall Jugoslawiens versuchten Anfang der 1990er Jahre serbische Truppen die kroatischen Grenzgebiete zu Serbien und Bosnien zu erobern und die dort lebende nichtserbische Bevölkerung gewaltsam zu vertreiben.
Von diesem Krieg waren die Protagonistinnen des teilweise autobiografischen Debütromans „Ein schönes Ausländerkind“ betroffen. In Rijeka, einer Hafenstadt im Westen Kroatiens, lebten seit ihrem Studium eine Montenegrianerin und ein Serbier zusammen, seit zwei Jahren hatten sie eine gemeinsame Tochter. Bedroht von nationalistischen Freunden, Nachbarn und Arbeitgebern sowie von aus der Ferne hörbaren Gewehrschüssen flohen sie zu dritt nach Österreich. In Wiener Neustadt arbeiteten sie für Unterkunft, Einkommen, Aufenthaltsgenehmigung und Anerkennung. Aus der Perspektive der Tochter lesen wir über drei Personen, deren Immigration sie ihre Lebendigkeit, ihr Selbstverständnis und ihre Stimme kostet und zur Entfremdung voneinander und sich selbst führt.

Toxische Pommes erzählt diese schmerzhafte Geschichte auf unterhaltsame Weise, ihr Text ist komisch und lehrreich zugleich. Ich wünsche mir, dass sie ihre klugen Beobachtungen in weiteren Romanen mit uns teilen wird.

Roman
Zsolnay Verlag, 23,00 €

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