Im neuen Roman von Nathan Hill geht es um ein Liebespaar, Elizabeth und Jack, die sich in den 1990er Jahren in Chicago kennenlernen: Sie beobachten sich unwissentlich gegenseitig durch ihre Fenster und als sie sich dann tatsächlich begegnen, sehen sie im jeweils anderen genau das, was sie brauchen und werden ein Paar. 
Sprung in die Gegenwart: Die Ehe von Elizabeth und Jack hat ihren Glanz verloren und man lebt nebeneinander her, ist latent genervt von den einst geliebten Marotten. Elizabeth leitet ein erfolgreiches Unternehmen, das titelgebende „Wellness“, dass durch die Nutzung von Placebo-Effekten Gewinne einstreicht, während Jack beruflich nicht so reüssiert: Als Uni-Dozent wird er sich neuerdings von einem Algorithmus bewertet. Eine neue Immobilie wird gekauft - das perfekte Zuhause, in dem die Familie (die beiden haben inzwischen einen Sohn bekommen) wieder glücklich werden soll. Doch Elizabeth möchte getrennte Schlafzimmer, das geht für Jack mal gar nicht.
Das besondere an Nathan Hills Romanen ist, wie er entlang der Geschichte seiner Figuren die amerikanische Gegenwart und auch jüngere Vergangenheit analysiert und Gesellschaftskritik übt und verschiedenste Themen verhandelt. Ein nicht nur unterhaltsamer amerikanischer Roman sondern auch ein lehrreicher: Nach der Lektüre weiß man auf jeden Fall mehr über Placebo-Forschung, Chicagos Gentrifizierung, Fotografie, das Bild „American Gothic“ des Künstlers Grant Wood, über Brandrodung im Ackerbau, Erziehung und wie man sich in einem Swinger-Club benehmen sollte.
Wie auch schon den 2016 erschienenen Roman „Geister“: habe ich "Wellness" unheimlich gern gelesen!

Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Dirk van Gunsteren, Stephan Kleiner
Roman
Piper, 28,00 €

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