Lesetipp von
Sybille Kramer
21.03.2023

Ich habe mich sehr gefreut, dass endlich wieder ein Roman von Martin Suter erschienen ist. Das Intermezzo mit der Schweinsteiger-Biografie habe ich einem meiner Lieblingsautoren verziehen, denn das neue Buch "Melody" ist richtig großartig.

Tom Elmer hat gerade sein Jura-Studium beendet. Er ist dreißig Jahre alt, seine finanzielle Lage aus verschiedenen Gründen schlecht und seine Freundin hat ihn verlassen.
Die Suche nach einer ersten Anstellung gestaltet sich schwieriger als gedacht. Da kommt ihm eine Annonce in der Zeitung gerade recht, auch wenn sich das Ganze nicht nach seinem Traumjob anhört: Der betagte, schwerkranke Nationalrat Dr. Peter Stotz sucht einen Juristen, der binnen eines Jahres seinen Nachlass ordnen soll. Auflage ist, dass Tom sich zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, in die Gästewohnung der Villa einzieht, um die Aktenberge in einer Weise zu bearbeiten, die dem Bild entspricht, welches Stotz von sich der Nachwelt hinterlassen möchte. Außerdem: Tom muss sich zu jeder Tages- und Nachtzeit die Lebensgeschichte des alten Mannes anhören. Bei der extrem guten Bezahlung kann er nicht widerstehen. Doch worauf er sich da eingelassen hat, wird ihm erst nach und nach bewusst.
Was Tom schon beim ersten Besuch in der Villa aufgefallen war, sind die vielen Gemälde, die alle eine junge Frau zeigen. Tom erfährt: Es handelt sich um die Verlobte namens Melody von Stotz. Kurz vor der Hochzeit verschwand sie spurlos. Und das ist nun schon etwa vierzig Jahre her.
In Gesprächen vor dem Kamin erzählt ihm Dr. Stotz die Geschichte dieses rätselhaften Verschwindens. Aber stimmt diese Version, die ihm da aufgetischt wird?

Mehr wird nicht verraten... Ich konnte jedenfalls nicht aufhören zu lesen. Es ist diese Mischung aus Spannung, skurrilen Wendungen, einer Liebesgeschichte und einem unerwarteten Ende, die einen typischen Suter ausmachen. Viel Spaß beim Abtauchen für ein paar Stunden!

Roman
Diogenes, 26,00 €

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