Lesetipp von
Eva Lorenzen
23.08.2025

Emily wächst unter der Vormundschaft ihrer Urgroßeltern auf, da ihre sehr junge Mutter an dieser Verantwortung scheitert und die Oma kein Interesse zeigt. Was erst als Glücksfall beginnt, entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einer Belastung, das junge Mädchen fühlt sich überbehütet und unverstanden. Die resolute Margret kann niemandem vertrauen und der liebevolle, aber wortkarge Hardy gerät bei Problemen in eine Art Schockstarre. Nur durch Zufall erfährt Emily, dass beide Urgroßeltern ab dem Ende des zweiten Weltkriegs in Kinderheimen aufgewachsen sind, Margret als Kriegswaise und Hardy, auf der Flucht von seiner Familie getrennt, zu klein, um sich an seinen Namen und seine Herkunft zu erinnern. Damit gerieten sie in die Mühlen eines herz- und lieblosen Systems, in dem die Kinder nur als Nummern verwaltet wurden, rechtlos, Schikanen und Misshandlungen ausgesetzt und teils noch als Versuchskaninchen für Medikamente mißbraucht.

Die Autorin Susanne Abel legt – wie in den vorherigen Romanen „Stay away from Gretchen“ und „ Was ich nie gesagt habe. Gretchens Schicksalsfamilie“ – ihr Augenmerk auf die Schicksale von Familien und insbesondere Kindern nach Krieg, Flucht und Vertreibung. Diese traumatischen Erfahrungen und der Versuch sie zu verdrängen, prägen auch folgende Generationen, damals und heute!

Eine herzzerreißende Geschichte über ein dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegszeit.

Übersetzung: Aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Roman
folio, 25,00 €

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