Dresden in den Fünfzigern! Ein Antiquar, der schon als Neugeborener auf Büchern gebettet wurde, avisiert in der DDR zu einem hochgeschätzten Intellektuellen, ein Original, belesen wie kein zweiter. Der Salon von Norbert Paulini wird schnell zu einem Treffpunkt, wo Büchermenschen Schätze heben und diese stapelweise nach Hause tragen.
Privat läuft es bei unserem völlig vergeistigten Helden nicht so erfolgreich. Er entscheidet sich für die falsche Frau und das hat Folgen.
Ich schwelgte beim Lesen in Anekdoten über Döblin, Tschechow, E.T.A. Hoffmann oder über Thomas Mann und störte mich auch nicht an dem etwas "altbackenen" Schreibstil, in dem die Geschichte eingeleitet wird. Und prompt war ich dem Autor Ingo Schulze auf den Leim gegangen, der in seinem 300 Seiten starken Roman ein raffiniertes Konstrukt von Perspektivwechseln aufgebaut hat, was den Roman „Die rechtschaffenen Mörder" zu einer echten literarischen Entdeckung werden lässt.
Im zweiten Teil der Geschichte kommt nämlich die Wende. 1989/90 nimmt Norbert Paulini nicht an der friedlichen Revolution teil, hält Politisches für Zeitverschwendung und driftet dabei immer mehr nach rechts ab. Ein Feingeist verwandelt sich in einen Rechtsradikalen! Ingo Schulze, der 1962 in Dresden geboren wurde, ist ein genauer Beobachter und ein großartiger Autor, dessen neues Buch ich Ihnen sehr empfehlen möchte.

Roman
S. Fischer, 21,00 €

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