Es ist das Jahr 1938. Die Novemberpogrome werden ausgerufen und damit beginnt die Verfolgung der Juden in Deutschland. Für eine Vielzahl von Menschen geht es um Leben oder Tod. So auch für den Kaufmann Otto Silbermann. Aus der Wohnung vertrieben, von der Ehefrau getrennt, das Geschäft verloren. Nur mit einer Aktentasche voller Geld irrt er ziellos umher und verbringt endlose Zeit in Zügen oder auf Bahnhöfen. Selten weilt er in kleinen Lokalen, um ein wenig Ruhe zu haben. Ins Ausland zu fliehen, gelingt nicht; illegal die Grenze zu überqueren, scheitert. Seine Würde zerbricht und am Ende der Verstand. Boschwitz hat diesen Roman in sehr kurzer Zeit geschrieben. Er selbst wurde vor Kriegsbeginn interniert und nach Australien gebracht. Auf der Rückreise sinkt das Schiff, durch einen Torpedo getroffen. Er stirbt mit 27 Jahren. Dieses Zeitdokument ist nun zum ersten Mal auf Deutsch erschienen. Es schildert den Lebensweg eines einzelnen Menschen, aber es steht für das Schicksal zahlreicher Juden. Berührend und erschütternd.

Roman
Klett-Cotta, Herausgegeben von Peter Graf, 20,00 €

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