Die Autorin hat mit diesem Roman, der in der Zeit von 1890 bis 2013 spielt, ein Panorama der Gesellschaft Russlands des 20. Jahrhunderts aufgezeigt. Die Russische Revolution, der Stalinismus, die neue Zeit der Entwicklung Russlands spielen eine große Rolle.

Diese Familiengeschichte mit ihren Alltagshelden, die durch Schicksalsfäden miteinander verbunden sind, erzählt die Liebesgeschichte ihrer Großeltern Maria Ossetzkaja, einer Tänzerin, und Jakob Ossetzki, eines Okönoms. Beide lernen sich bei einem Konzert, das von Sergej Rachmaninov dirigiert wird, kennen. Maria bewundert das kommunistische System, Jakob blickt skeptisch auf die Entwicklung der Gesellschaft. Sie heiraten und bekommen einen Sohn. Jakob wird zwangsweise zur Arbeit in die Stalingrader Traktorenfabrik geschickt, danach folgt seine Verbannung nach Sibirien. Die Eheleute schreiben sich viele Briefe. Der Sohn wendet sich von ihm ab, da er durch die Verbannung (so wird der Vater zum Volksfeind) nicht studieren darf. Seine Ehefrau Maria lässt sich scheiden, da Briefmarken keine Ehe zusammenhalten.

Nora, eine Bühnenbildnerin, findet nach langen Jahren in einer Weidentasche die Briefe. Lange zögert sie, sie zu lesen, da sie befürchtet, unangenehme Dinge über ihre Angehörigen zu erfahren...

Dieses Buch zeigt viele Leben in schwierigen Zeiten. Es wird viel über Musik, Soziologie und Gesellschaft gesprochen. Alles Themen, die wunderbar in diesen umfangreichen Roman hineinpassen.

Ljudmila Ulitzkaja wurde 1943 in Moskau geboren. Sie ist eine Schriftstellerin, die russische und jüdische Erzählkunst zusammenführt. Sie ist politisch sehr engagiert. Ihre Bücher wurden in 17 Sprachen übersetzt. 2014 bekam sie den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Dieses Buch ist eine Aufarbeitung persönlicher und politischer Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Russland.

Übersetzung: Ganna-Maria Braungardt
Roman
Hanser, 26,00 €

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