Lesetipp von
Lena Meyer
26.09.2026

In ihrem zweiten Roman erzählt Lena Müller auf nur 150 Seiten im Grunde viel mehr als nur eine Geschichte: Eli wohnt mit ihrem Sohn Esra in Berlin und arbeitet als Übersetzerin, meist von zu Hause aus. Sie haben einen gut eingespielten Alltag, der Eli in seiner Routine aber auch eng werden kann. An ein paar brütend heißen Sommertagen spitzt sich Einiges zu: Es kommen weniger Aufträge vom Verlag und aus Elis privaten Experimenten mit KI als Sparringspartner beim Übersetzen wird etwas, das sich real gegen sie wendet. Ein paar Etagen tiefer, in der Nachbarschaft bietet Gundas Kneipe Zuflucht – gegen die Hitze und für ein anderes Miteinander.

Richtung Ende des Sommers nimmt Gunda Eli und Esra mit zu Claudes Laube aufs Land. Gunda und Claude kennen sich seit den ersten Tagen der Kneipe, haben dort Anfang der 1990er mit anderen Frauen Kunstausstellungen organisiert und neue Arbeitsmodelle erdacht. Auf dem Land gibt es einiges zu tun und zu ernten. Eli und Esra unternehmen, nahezu heimlich, auch eigene Streifzüge.

In ihrer leicht distanzierten klaren Sprache zeigt Lena Müller ganze Lebensrealitäten, brisante Gegenwart und neue Welten. Ein funkelnder kleiner Roman!

Roman
Edition Nautilus , 22,00 €

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