Lesetipp von
Maike Arndt
04.06.2020

Erzählt wird die Geschichte von Paula, Biologie-Studentin, die sich nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Tim in einer tiefen Depression befindet, so tief wie der Marianengraben.
Als sie sich entscheidet, ihren Bruder auf dem Friedhof zu besuchen, allerdings nachts, denn mit anderen Menschen zusammen kann sie sich nicht trauern, trifft sie durch Zufall auf einen alten Mann, der sich an einem Grab zu schaffen macht. Wie sich herausstellt, versucht er die Urne seiner Ex-Frau Helga auszugraben, um die Asche in den Bergen zu verstreuen. Allerdings landet die Asche von Helga zuerst auf Paula, als Paula und Helmut, der Urnendieb, auf der Flucht vor den Friedhofsgärtnern sind. Nachdem Helmut, den wir als nicht besonders aufgeschlossenen Menschen kennenlernen, realisiert, in welch desolatem Zustand Paula sich befindet, schlägt er ihr vor, ihn zu begleiten. Und so machen sich die beiden in Begleitung der Hündin Judy mit Helmuts Wohnmobil auf den Weg nach Südtirol.
Neben den vielen ungemein lustigen Situationen, die die beiden auf ihrer Fahrt erleben, lässt Paula uns an den Erinnerungen an ihren Bruder teilhaben, die sehr berührend sind und uns die Trauer um den Verlust dieses wunderbaren Menschen nachvollziehen lassen.
Und weil die Beziehung zu Helmut Paula immer mehr stabilisiert, können wir von Kapitel zu Kapitel mit Paula aus dem Marianengraben aufsteigen.

Mir hat diese Mischung aus der Beschreibung von Paulas Trauer und den wirklich witzigen Szenen sehr gut gefallen. Jasmin Schreiber weiß, wovon sie schreibt, denn sie arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Fotografin von sehr jung gestorbenen Kindern.
Ich habe trotz des nicht leichten Themas lange nicht mehr so viel beim Lesen gelacht.

Roman
Eichborn Verlag , 20,00 €

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