Lesetipp von
Julie Hell
24.04.2019

Norwegen 1880, ein kleines, verarmtes Dorf in den Bergen. Früher waren die Bauern dort wohlhabend, hatten Zeit für Sagen und Kunsthandwerk, aber nun sind die Menschen von der harten Arbeit im unwegsamen Gelände geplagt, nur die Alten erinnern sich noch an die Legenden des Ortes und alles was übrig geblieben ist, ist eine wunderschöne, aber viel zu kleine und äußerst baufällige Stabkirche. Als während eines Gottesdienstes eine Frau erfriert, ist für den neuen Pfarrer im Dorf klar, es muss eine neue Kirche her und um die zu finanzieren, wird die alte Kirche nach Deutschland verkauft. Eine Sache hat er jedoch nicht bedacht, denn zu der Kirche gehören zwei Glocken, um die eine Legende rankt. Als die Nachfahrin des Spenders der Glocken, die wissbegierige und etwas rebellische Astrid Hekne, davon erfährt, setzt sie alles daran die Kirche zu retten. Allerdings hat sie nicht mit dem charmanten deutschen Architekten gerechnet, der kommt um den Transport zu organisieren.

Lars Mytting, Autor der Bestsellers "Die Birken wissen's noch", arbeitet in seinem neuen Roman eine Legende seines Heimatdorfes spannend auf. Er verwebt gekonnt antike Sagen, Kirchenpolitik und die Lebensumstände der Bauern im 19. Jahrhundert miteinander. Für mich, als großer Fan von historischen (Liebes-)Romanen, war besonders, wie er das Liebesdreieck zwischen Pfarrer, Astrid und dem deutschen Architekten schreibt. Es geht Mytting dabei weniger um die eigentliche Beziehung, als um die Handlungen im Bezug zur Kirche, die die Charaktere dadurch ausüben. Ein wunderbarer Roman für alle (Altersgruppen, Geschlechter, ...).

Übersetzung: Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Roman
Insel Verlag, 24,- €

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