
Lesetipp von
Britta Hansen
23.08.2026
In ihrem autofiktionalen Debütroman erzählt Lilli Tollkien auf eindrucksvolle Weise von einer Jugend im West-Berlin der Achtzigerjahre. Es ist die Geschichte von Lale, die direkt nach der Geburt einen Entzug durchleiden muss. Der drogenabhängigen Mutter wird das Sorgerecht entzogen, der Vater sitzt im Gefängnis. Ein denkbar schlechter Start für ein kleines Mädchen, und es wird nicht besser: Fortan wächst sie in einer Männer-WG auf. Obwohl die Typen trotz Machtgebaren und Grenzverletzungen nur ihr Bestes wollen und ihr alle Freiheiten lassen, sehnt sich Lale nach Struktur, nach einer Familie, nach Liebe. Mit sprachgewaltigen Bildern erzählt die Autorin von einer dunklen Kindheit, doch das ist alles andere als bedrückend. Denn Lale ist eine Kämpferin, sie wird zu einer resilienten jungen Frau, die nicht nur überlebt, sondern lernt, mit beiden Händen den Himmel zu stützen. Lilli Tollkiens Roman ist für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert.
Roman
Aufbau Verlag, 24,00 €
Bahrenfelder Str. 79,
22765 Hamburg
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