Lesetipp von
Lena Meyer
01.06.2026

Vielerorts ist dieser Roman schon besprochen und empfohlen worden. Ich reihe mich ein, wobei ich vorausschicken will, dass mich nicht erst die Lobeshymnen ("Deutschsprachiger Roman des Jahres", Eva Menasse ) zu Sanditz gebracht haben, sondern schon die Ankündigung seines Erscheinens ...

Wie Rietzschels Vorgängerroman Raumfahrer schon führt uns Sanditz an einen Ort in der Lausitz. Eine mittelgroße Stadt, die wir zu verschiedenen Zeiten betreten; die Handlung spannt sich zwischen den späten 1970ern und dem Jahr 2022. Zentral ist die Familie Wenzel, besonders: Großmutter, Vater, Mutter und Tochter, die mit ihren Biografien eine Art inneren Kern des Romans bilden. Darum bilden sich die Stadt mit ihren durch den Tagebau bedingten Ausläufern, Wenzels Bekannte und Freude, die Nachbarschaft sowie Ereignisse bzw. Fixpunkte innerhalb der jeweiligen Generationen, zum Beispiel die Kirchengemeinde. Und erstaunlich finde ich nun, wie sich der Roman nach dem Lesen in meinem Kopf immer wieder neu wendet, also gewissermaßen in Bewegung und lebendig bleibt.

Es ist eine Menge Stoff, den Lukas Rietzschel erzählt. Aber keine Scheu: Auf dem Vorsatzpapier des Buches gibt es ein Personenverzeichnis und eine Karte und die eher kurzen Kapitel sind mit Jahreszahlen überschrieben, sodass die Orientierung leicht fällt. Und wenn auch zunächst die eine oder andere Episode anscheinend unverbunden aus der Handlung herausfällt, verzahnt sie sich schnell zu einem fesselnden Roman, der die Kraft hat, uns nach der letzten Seite weiter zu beschäftigen!

Roman
DTV, 26,00 €

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