
Lesetipp von
Lilli Biskamp
06.01.2026
Alba ist eine gefragte Linguistin und Spezialistin für vom Aussterben bedrohte Sprachen. Sie lebt in Reykjavík, lehrt an der Universität und befindet sich zu Beginn der Geschichte auf einem Linguistikkongress. Zurück in Island überrascht sie ihr Umfeld mit einer radikalen Entscheidung: Spontan kauft sie ein heruntergekommenes Haus außerhalb der Stadt, umgeben von weitläufigem Land. Ihr Plan ist ebenso ungewöhnlich wie konsequent – sie will einen Wald pflanzen.
Angetrieben von der Klimascham, die sie wegen ihrer vielen Flugreisen empfindet, und inspiriert von der Begeisterung ihres Vaters und dessen bestem Freund für Bäume, beginnt Alba, Birken zu pflanzen. Die Dorfbewohner reagieren neugierig auf die neue Nachbarin und ihr ehrgeiziges Vorhaben. Alba freundet sich mit dem Besitzer des örtlichen Dorfladens an, der ihr Handwerker und Baumaterialien vermittelt und sie schließlich überredet, einen Isländischkurs für Geflüchtete anzubieten. Unter den Teilnehmenden ist auch der Junge Danyel, um den sie sich mit besonderer Hingabe kümmert. Als Alba unerwartet ihre Stelle an der Universität aufgibt und ganz aufs Land zieht, nimmt sie eine wichtige und prägende Rolle in seinem Leben ein.
Das Buch liest sich wie ein poetischer Ausflug aufs Land. Es ist ein leises, langsames Vergnügen, in Albas linguistische Gedanken über die isländische Sprache einzutauchen und sich von den ruhigen, eindringlichen Naturbeschreibungen tragen zu lassen. Ein sehr besonderes, hoffnungsvolles und entschleunigendes Buch – für mich sofort ein neues Lieblingsbuch.
Roman
Inselverlag, 25,00 €