
Lesetipp von
Annette Quest
16.09.2024
Finn und sein bester Freund Lennard haben Videokanäle auf der Plattform SoMe, auf der sie regelmäßig lustige selbst gedrehte Filmchen posten. In den Schulpausen vergleichen sie, wer von ihnen die meisten Klicks bekommen hat. Das macht ihnen Spaß, das ist es, was sie interessiert und womit sie auch weiterhin jede freie Minute verbringen wollen. Doch dann wird Finns Frieden empfindlich gestört. Es sind zum einen die Hasskommentare, die seine Mitschülerin Sam erntet und die Finn, im Gegensatz zu Lennard, nicht ausblenden kann. Einen riesigen Wirbel erzeugt ein Brief, den sein Vater, der leider Lehrer an Finns Schule ist, veröffentlicht hat. Darin prangert er die fremdenfeindlichen Übergriffe in der Schule an.
Plötzlich sieht sich Finn selbst mit Anfeindungen konfrontiert und sogar Lennard distanziert sich von ihm aus Furcht vor Klickeinbußen. Da schiebt Finn seinen Ärger auf seinen Vater beiseite und beginnt sich kritisch mit der WIR Partei auseinanderzusetzen, von der so viele reden und die immer mehr Zulauf erhält ...
Jörg Isermeyer setzt gekonnt an der Digitalblase an, in die hinein sich viele Jugendliche freiwillig begeben. Er schildert, wie eine rechtspopulistische Partei in einer Kleinstadt innerhalb kurzer Zeit eine Atmosphäre von Angst und Misstrauen erzeugt. Und er macht Mut, dem ausgrenzenden WIR ein starkes inklusives 'Wir' entgegenzusetzen. Toll!
Jugendbuch ab 12 Jahren
Peter Hammer, 14,90 €
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