Lesetipp von
Nicole Christiansen
04.08.2023

„Mein Name ist Addie. Ich bin elf Jahre alt und ich bin Autistin. Das macht mir keine Angst und ich schäme mich auch nicht dafür....es ist genauso wie Linkshänderin zu sein oder farbenblind. Es bedeutet, dass wir die Welt anders wahrnehmen."
Und diese Addie stellt sich mutig vor die Dorfversammlung in Juniper, unweit von Edinburgh. In ihrem Dorf wurden im Mittelalter mehr Frauen angeklagt, eine Hexe zu sein, als in allen anderen Dörfern in Schottland.
Als Addie von dem Schicksal dieser Frauen in der Schule erfährt, lässt sie das Thema nicht mehr los. Sie will alles darüber wissen und in der Bibliothek wird sie fündig. Schließlich kommt ihr der Gedanke, für die zu Unrecht verurteilten Frauen eine Tafel oder ein Denkmal zu errichten. Sie will, dass man sich hier an die Frauen erinnert. Und dafür setzt sie sich gegen alle Widerstände zum Trotz ein.
Die Autorin Elle McNicoll, selbst Autistin, nutzt den Blick in die Historie, um damit klar zu machen, wie Ausgrenzung und Vorverurteilung funktionieren. Addie kennt die Rolle einer Außenseiterin, will sie aber nicht akzeptieren. Dabei lässt sie sich weder von ihrer verständnislosen Lehrerin Miss Murphy noch von ihrer „falschen" Freundin Emily unterkriegen.
Und das wunderbar warme und tröstliche an dieser Geschichte: Addie ist nicht allein! Denn Addie hat Verbündete: Eine liebevolle Familie, allen voran ihre große Schwester Keedie, die ihr (und den Leser:innen) Autismus gut erklären kann, da auch sie selbst es hat.
Ein kluges Buch! Großartig ins Deutsche übertragen von Barbara König.

Übersetzung: Aus dem Englischen von Barbara König
Kinderbuch ab 10
Atrium, 15,00 €

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