
Lesetipp von
Annette Quest
08.05.2023
Eines schon mal vorab: Hoodie, der sympathische Erzähler der Geschichte, hat wirklich Humor! Damit meine ich zum einen, dass er mich mit seiner Art immer wieder zum Lachen gebracht hat, zum anderen aber auch, dass er manchmal mit seinem unorthodoxen Verhalten seine orthodox jüdischen Eltern und Lehrer zur Verzweiflung treibt.
Nun hat er sich auch noch in das nichtjüdische Mädchen Anna-Marie verliebt, für einen streng gläubigen Juden ein absolutes No-Go! Und leider schafft es selbst das gemeinsame Hakenkreuz-Entfernen von jüdischen Grabsteinen nicht, die Gemüter zu besänftigen. Hoodie erhält eine Ausgangssperre, muss sein Handy abgeben und isoliert von seinen Mitschülern Strafaufgaben erledigen. Dabei sieht er sich im Recht! Das Dilemma, in dem er steckt, ist gut nachvollziehbar. Er hadert mit den lebensfremden Vorschriften seiner Religion, fühlt sich ihr aber gleichzeitig verbunden.
Unterdessen zieht der Antisemitismus in der amerikanischen Kleinstadt Tregaron immer extremere Aktionen nach sich. Und die Bürgermeisterin, die zu allem Überfluss Anna-Maries Mutter ist, tut nichts dagegen. All das erzeugt eine Spannung, die sich immer weiter zuspitzt. Wie wird sich Hoodie entscheiden? Oder hat die jüdische Gemeinde schon längst seinen Ausschluss beschlossen?
Ein starkes Debüt des Englisch-Lehrers Isaac Blum über Geborgenheit contra Eingeengtsein, Doppelmoral und Freundschaft.
Übersetzung: Aus dem Englischen von Gundula Schiffer
Jugendbuch ab 14 Jahren
Beltz und Gelberg, 15,00 €
Bahrenfelder Str. 79,
22765 Hamburg
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