Lesetipp von
Maike Arndt
04.03.2020

Nachdem Solène mit ansehen muss, wie sich ihr Mandant im Gerichtsgebäude in die Tiefe stürzt, fühlte sie sich, als ob „ihr Leben in Stücke gesprengt" wurde. Sie erleidet ein Burn-out und muss für Wochen in eine Klinik. Bestückt mit Antidepressiva versucht sie, wieder in ihrem Leben Fuß zu fassen. Ihr Psychiater rät ihr zu einem Ehrenamt, und so wird sie Schreiberin im Haus der Frauen, einem Ort der Zuflucht für Frauen unterschiedlicher Herkunft, die unter menschenverachtende Bedingungen leben mussten.
Solène beginnt, sich für die Gründerin dieses Hauses zu interessieren. Und so geht sie mit uns zurück in das Jahr 1925 in Paris und erzählt die Geschichte von Blanche Peyron, einer mutigen und unerschrockenen Frau, die die Bewegung der Heilsarmee gegen viele Widerstände in Frankreich etablierte. Und die mit all ihrer Kraft für die Errichtung des Palastes der Frauen kämpfte, der 1926 eingeweiht wurde.
Mich hat der Roman sehr bewegt. Der Einblick in die Gründungszeit der Heilsarmee und die beeindruckende Geschichte von Blanche Peyron, die getrieben war von dem Bedürfnis, Menschen am Rande der Gesellschaft zu helfen, haben mir eine neue Sicht auf diese christliche Organisation mit ihrem sozialen Engagement für alle Notleidenden, „ohne Ansehen der Person", gewährt. Es ist eine ergreifende und nachhaltige Geschichte, die nicht nur diejenigen begeistern wird, die schon den vorangegangenen Roman „Der Zopf" gerne gelesen haben.

Übersetzung: Aus dem Französischen von Claudia Marquardt
Roman
S. FISCHER, 20,00 €

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