Als ich dieses Buch las, habe ich mir erst mal einen Atlas geholt um zu sehen, wo Armenien, dieses kleine Land, genau liegt - also ein Binnenland im Kaukasus, umgeben von Georgien, Aserbaidschan, Iran und der Türkei. Armenien zählt nur ca. 3 Millionen Einwohner. Mir war bekannt, dass der Sänger Charles Aznavour aus Armenien stammte und ich wusste einiges über den Völkermord an den Armeniern (1915-1917).
Die Autorin Katerina Poladjan ist in der Sowjetunion geboren und ihr Großvater war ein Überlebender des Völkermordes.
Sie kam Ende der 1970er-Jahre nach Deutschland. So kann der Leser sicher familiäre Wurzeln inihrem Roman erkennen. Die Protagonistin Helen Mazavian bewirbt sich als Restauratorin alter Handschriften um ein Praktikum in den Werkstätten der Süleymaniye-Bibliothek. Sie erhält eine Zusage und fliegt nach Jerewan. Dort wird sie herzlich aufgenommen, obwohl sie kein Armenisch sondern nur Türkisch und Russisch spricht. Kurz vor dem Abflug hat ihre Mutter ihr ein Foto gegeben, auf dessen Rückseite stand: Artaschat 1957. Es war aus dem Nachlass des Großvaters. Ihre Mutter bittet sie, Erkundigungen über dieses Foto einzuholen.
Die Familienbibel, die sie restaurieren soll, zieht Helen in ihren Bann. Sie findet Worte, Satzfetzen, die sie sich übersetzten lässt. Zum Beispiel „Hrant will nicht aufwachen". Poladjan erzählt noch eine zweite Geschichte: die Flucht der Geschwister Anahid und Hrant. Deren Mutter ruft ihnen zu: „Nehmt die Bibel und lauft". Die Mutter hat einen großen Glauben an die Kraft des Buches. Auf der Flucht geht den Geschwistern aber die Familienbibel verloren. Helen versucht nun das Rätsel der Familienbibel zu lösen. Der Leser erfährt viel über das heutige Armenien. Es ist eine Geschichte von Exil und Schmerz.

Roman
S. Fischer, 22,00 €

Buch im Online-Shop

Das Team empfiehlt

Sophie Passmann: Komplett Gänsehaut
von Nicole Christiansen , 24.03.2021

David Szalay: Turbulenzen
von Eva Lorenzen , 22.03.2021

Dave Goulson: Bienenweide und Hummelparadies
von Sigrid Lemke , 22.03.2021

Torsten Schäfer: Wasserpfade. Streifzüge an heimischen Ufern
von Sigrid Lemke , 21.03.2021

Elsa Klever: Tier hier
von Susanne Sießegger , 20.03.2021

Satoru Onishi: Wer versteckt sich?
von Susanne Sießegger , 20.03.2021

Laura Creedle: Die Liebesbriefe von Abelard und Lily
von Julie Hell , 20.03.2021

Leslie Connor: Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt)
von Andreas Mahr , 20.03.2021

Jan Seghers: Der Solist
von Sigrid Lemke , 23.02.2021

Dolly Alderton : Gespenster
von Julie Hell , 22.02.2021

John Boyne: Die Geschichte eines Lügners
von Susanne Sießegger , 21.02.2021

Magdalena Hai: Die Nimmersattkatze
von Nicole Christiansen , 20.02.2021

Nini Alaska: Zickenzeit
von Susanne Sießegger , 19.02.2021

Kirsten Boie: Dunkelnacht
von Susanne Sießegger , 19.02.2021

Chiaki Okada, Ko Okada: Bist du der Frühling?
von Dilek Arslanlar , 18.02.2021

Cornelia Funke: Der Bücherfresser
von Andreas Mahr , 01.02.2021

Karen M. McManus : The Cousins
von Susanne Sießegger , 26.01.2021

Angie Thomas: Concrete Rose
von Julie Hell , 25.01.2021

Nora Bossong: Schutzzone
von Nicole Christiansen , 24.01.2021

Thilo Wydra: Eine Liebe in Paris - Romy und Alain
von Michael Keune , 22.01.2021

Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
von Susanne Sießegger , 18.01.2021

Willem Elsschott: Maria in der Hafenkneipe
von Nicole Christiansen , 25.11.2020

Petra Oelker: Im schwarzen Wasser
von Sigrid Lemke , 20.11.2020

Britt Bennett: Die verschwindende Hälfte
von Julie Hell , 19.11.2020

Kate Scelsa: Fans des unmöglichen Lebens
von Julie Hell , 19.11.2020

Seite: 1 von 16 | Lesetipps 1 bis 25 von 391 |

Bahrenfelder Str. 79, 22765 Hamburg
040 390 20 72
ed.nesnaitsirhc-gnuldnahhcub@ofni

Öffnungszeiten
Montag - Freitag 10.00 - 19.00 Uhr
Samstag 10.00 - 18.00 Uhr