Keine leichte Sommerlektüre, aber sehr lesenswert ist der neue Roman von Ralf Rothmann. Im Februar 1945 freut sich die Dorfjugend in einem Gasthaus in Norddeutschland über Freibier. Die Stimmung ist ausgelassen. Man hofft, daß die Amerikaner eher da sind, als die Russen. Da ergreift ein Offizier der Waffen-SS das Wort und fordert alle anwesenden jungen Männer dazu auf, sofort der SS beizutreten. Noch in dieser Nacht werden die siebzehnjährigen Melker Walter Urban und Fiete Caroli zwangsrekrutiert und an die ungarische Front gehetzt. Ralf Rothmann beschreibt ohne Pathos, aber in starken und eindringlichen Bildern das Unfassbare. Walter wird als Fahrer in der Waffen-SS eingesetzt, während Fiete an die Front muß. Er desertiert, wird gefasst und steht seinem Freund Walter gegenüber, der ein Gewehr im Anschlag hält. Dies ist ein Antikriegsroman, der zugleich ein Beispiel dafür ist, wie stark wir Deutschen seit Generationen verstrickt sind in die furchtbaren, unausgesprochenen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs.

Roman
Suhrkamp, 19,95 €

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