Stella lebt mit Mann und Kind in einer anonynmen Eigenheimsiedlung am Rande der Stadt, in der doch nichts ist, wie es scheint. Sie arbeitet als Krankenpflegerin, ihr Mann Jason ist ständig auf Montage unterwegs, sodass sie sich selbst dem Alltagsleben in der idyllischen Einöde stellen muss. Als eines Tages ein Mann vor ihrer Tür steht und sie sprechen möchte, lehnt sie ihn ab. Aus guten Gründen, denn ab diesem Punkt verfolgt er Stella Tag für Tag auf Schritt und tritt, ohne dass sie ihm jemals richtig die Tür öffnet. Und damit gerät die Geschichte ins Rollen.

Wir kennen Judith Hermann bisher von ihren Erzählbänden "Alice", "Sommerhaus später" oder "Nichts als Gespenster". Ihr Romandebüt ist nun keine klassische Geschichte über einen Stalker und sein Opfer. Ganz im Gegenteil, Hermann zeigt, wie ein sicher geglaubtes Leben von heute auf morgen aus den Fugen gerät und eigene Lebensentwürfe sich entzaubern, wie sich Menschen in ihre eigene Opferrolle fügen oder eben auch nicht.

Wenn es in Judith Hermanns neuem Roman nicht nur eskaliert, dann findet sie auch eine schonungslos klare Sprache für das Zwischenmenschliche und darüber, wie wir mit Angst umgehen. Und dieser wäre auch eine Nominierung auf der Longlist des Deutschen Buchpreises Wert gewesen, neben den vielen anderen guten Titeln.

Roman
S. Fischer, 19,99 €

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