Der Titel des Romans könnte Sie in die Irre führen! Assoziationen von fremden Kulturen und fernen Welten werden darin nicht bedient. Im Gegenteil: Die Geschichte spielt in den Niederlanden (mal abgesehen von kurzen Abstechern nach Kalifornien) und dort stand der Roman über anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste und es wurden über 250.000 Exemplare verkauft.

Wir verfolgen die dramatische Geschichte der Patchworkfamilie Sigerius, die uns aus unterschiedlichen Perspektiven und in zeitlichen Versatzstücken erzählt wird. Oberhaupt und Zentralfigur ist Siem Sigerius, der eine akademische Karriere verfolgt und auf den Posten des Wissenschaftsministers spekuliert. Sein leiblicher Sohn Wilbert aus erster Ehe, zu dem er schon als Kleinkind keine Beziehnung aufbauen konnte, entwickelt sich zum Mörder.

Siem schenkt seine väterliche Liebe und Aufmerksamkeit lieber seinen Stieftöchtern Joni und Janis und ignoriert Wilbert und dessen sich zu Tode trinkende Mutter, bis es nicht mehr geht. Als im Jahr 2000 eine Feuerwerksfabrik in Enschede explodiert und viele Menschen zu Tode kommen, fliegt Sigerius zunehmend auch sein eigenes Leben um die Ohren. Er macht eine folgenschwere Entdeckung im Internet, als er seine Lieblingstochter Joni auf Pornoseiten erkennt.

Wenn Sie das Buch zur Seite legen, erfreuen Sie sich unwillkürlich an ihrer eigenen, deutlich entspannteren Lebenssituation. Buwalda schildert menschliche Abstürze und Abgründe glaubwürdig und eindringlich. Nichts wirkt inszeniert!

Übersetzung: Gregor Severens
Roman
Rowohlt, 24,95 €

Bahrenfelder Str. 79, 22765 Hamburg
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