Heinz Budes Buch „Solidarität" erscheint in einer Zeit, in der sich die deutsche Sozialdemokratie, die sich wie keine andere politische Strömung den Begriff Solidarität in ihr Programm geschrieben hat, in einer ernsten Identifikationskrise befindet. Stattdessen gelingt es populistischen rechten Parteien in Europa aktuell, den Begriff Solidarität für sich in Anspruch zu nehmen und politische Erfolge zu feiern.
Heinz Bude beschränkt sich in seiner Betrachtung nicht auf das von Parteien vertretene Bild von Solidarität, sondern nähert sich dem Begriff in einem weiten philosophisch-sozialen Bogen. Beginnend mit den Ideen des römischen Rechts, über die Französische Revolution und die Anfänge der Sozialdemokratie in Deutschland, bis zu den europäischen Denkern der Nachkriegsjahre.
Im Gegensatz zum Sozialstaat, wo der Einzelne die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Mitmenschen auf die staatlichen Strukturen überträgt, fordert Bude ein persönliches Engagement von jedem Bürger. Er gibt dabei keine konkrete Handlungsempfehlung, sondern stellt Fragen und gibt Denkanstöße. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in unserer Zeit funktionieren kann.

Hanser, 19,00 €

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