Ein Kaff in Neubrandenburg. Man lebt in Familie, die Alten gehen auf den Friedhof, die verbliebene Dorfjugend besäuft sich in der ehemaligen LPG-Halle. Jeder kennt jeden.

Hierher kommt Ingrid zurück, mit ihrem Mann, einem Iren, und ihrem 17jährigen Sohn Paul, der aussieht wie Paul McCartney. Sie will das Haus ihrer verstorbenen Mutter verkaufen. Was jeder im Dorf weiß: Ingrid war in den Achtzigern in den Westen abgehauen und hat ihr Kind zurückgelassen, dessen Vater unbekannt ist…

Das ist der Aufhänger für eine ganze Reihe Geschichten, die wir von den Dorfbewohnern erfahren. Die beste Freundin von Ingrids Mutter erinnert sich an ihre Kindheit, zwei ganz unterschiedliche Mädchen freunden sich mit Paul an, Frauen und Männer erzählen von ihrem Familienleben.

Jeder Figur hat Judith Zander eine ganz eigene Sprache gegeben, vom derben Platt der Dorfjugend über den etwas geschwollenen Ton des Pfarrers zur altklugen Eloquenz einer Gymnasiastin – die Personen wachsen uns ans Herz und wir fiebern mit ihnen durch die Ereignisse in diesem vordergründig so ereignisarmen Landstrich! Ein sehr gutes Buch, für das Judith Zander 2010 für den Deutschen Buchpreis nominiert war.

Roman
dtv premium, 16,90 €

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