Wie erleben die Menschen das Zeitalter der Globalisierung? Das ist das Thema des neuen Romans der französischen Autorin Maylis de Kerangal.

In einer fiktiven Stadt Coca wird eine Brücke gebaut, die beide Stadthälften verbinden, den „unterentwickelten“ Teil jenseits des Flusses einer Aufwertung zugänglich machen soll. Hamburger Leser fühlen sich an den „Sprung über die Elbe“ erinnert. Dieses Großprojekt zeiht Arbeitsuchende aus der ganzen Welt an, Chinesen, Russen, Indianer aus dem Dschungel, entlassene Automechaniker aus Detroit. Der Baustellenleiter, ein nicht mehr ganz junger Ingenieur, der von einer Baustelle zur nächsten schon die halbe Welt gesehen hat, kann sich hier nochmal so richtig profilieren.

Der Roman schildert den ganzen Bau der Brücke, wie viel Beton und Stahl benötigt wird, was die ersten und die folgenden Schritte sind und welche Etappensiege am bedeutendsten. Daneben greift sich die Autorin eine Hand voll Personen heraus, berichtet von ihren ganz eigenen Schicksalen und gemeinsamen Erlebnissen. Das ergibt eine eindrucksvolle Mischung, in der Natur und Technik, Menschlichkeit im besten und im negativen Sinne, und die unterschiedlichsten Typen und Kulturen aufeinander prallen. Und bei all dem bleibt fraglich, ob die Brücke fertig wird, denn nicht nur der Fluss könnte sie zum Einsturz bringen...

Maylis de Kerangal jedenfalls ist ihr Brückenbau gelungen: Spannung von der ersten bis zur letzten Seite!


Übersetzung: Andrea Spingler
Roman
Suhrkamp, 19,95 €

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