
Lesetipp von
Britta Hansen
01.03.2026
Die Lotterie des Lebens: Drei Generationen, drei Jahrzehnte, drei Erzählperspektiven — die Zutaten dieses Romans sind bekannt, doch was die 1985 in Malaysia geborene Autorin daraus macht, wird von der Kritik hochgelobt und auch wir wollen eine Empfehlung für „Real Americans“ aussprechen.
Worum geht’s? Lily, Tochter chinesischer Einwanderer, verliebt sich in den reichen schönen Matthew, aber es vergehen Jahre, bis ihre Liebe gefestigt ist. Endlich folgen die Hochzeit und der langersehnte Sohn Nick. Doch was als romantischer Liebesreigen beginnt, wird im zweiten Teil zu einem bewegegenden Porträt eines jungen, hochsensiblen Mannes, der seinen Vater nie kennengelernt hat und unter ärmlichen Verhältnissen bei seiner Mutter aufwächst. Was ist passiert zwischen Lily und Matthew? Welches Geheimnis hüten sie vor Nick, der weiß ist und aussieht wie sein Vater? Die Enthüllung führt uns ins maoistische China. Dort wächst Nicks Großmutter Mei auf, bevor es ihr gelingt, nach Amerika zu fliehen, um dort eine der führenden Genforscherin zu werden.
So wirft der Roman gesellschaftsrelevante Fragen auf — nach Identität, Heimatlosigkeit und was überhaupt echte Amerikaner:innen sind. Ein beeindruckendes 500-Seiten-Epos mit vielen dramatischen Wendungen, vor allem aber erzählerisch kraftvoll mit Charakteren, die ihre Tiefe gerade durch die schicksalhaften Verstrickungen miteinander entwickeln.
Übersetzung: Aus dem amerikanischen von Tobias Schnettler
Roman
Kiepenheuer & Witsch, 24,00 €
Bahrenfelder Str. 79,
22765 Hamburg
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