
Lesetipp von
Annette Quest
11.08.2022
Nityananda, genannt Nits, der die Geschichte erzählt, versteht sich richtig gut mit Mischa. Mit niemandem sonst kann er solch schräg-lustigen Dinge tun wie Enten erschrecken oder auf Autos spucken. Oft reicht ein einziges Stichwort, um im Unterricht in Lachen auszubrechen. Der stets hibbelige Nits klopft gern gereimte Sprüche und Mischa mit seinem ganz eigenen Stil weiß einfach alles über große und ganz kleine Tiere. Nicht umsonst werden sie von dem fiesen Felix Labertasche und Klugscheißer genannt. Da sie viel Zeit miteinander verbringen, kennen sie sich gut – zumindest hat das Nits geglaubt.
Bis ihr Lehrer eines Tages ankündigt, dass sie statt Sport- Schwimmunterricht bekommen. Und Mischa sich beginnt, immer eigenartiger zu benehmen. Da plötzlich melden sich bei Nits immer mehr Fragen: Warum war er eigentlich noch nie bei Mischa zu Hause? Wieso hat er Mischas Mutter noch gar nicht kennengelernt? Ist Mischa wirklich so ehrlich, wie Nits immer geglaubt hat ...?
Stefanie Höfler verwebt das Tabu-Thema Kinderarmut in Deutschland gekonnt in eine sowohl unterhaltsame wie spannende Geschichte, deren authentische Charaktere mich ein wenig an Rico und Oscar von Andreas Steinhöfel erinnern. Der Roman ist nominiert für den Deutschen Kinder- und Jugendliteraturpreis 2022.
Kinderbuch ab 11 Jahren
Julius Beltz, 15,00 €