Lesetipp von
Sönke Christiansen
28.04.2021

Ich gestehe, ich lese sie gerne, diese Bücher über Tiere und Natur, erzählt auf eine sehr persönliche Art, die uns nicht nur vieles wissenswerte und faszinierende über die Natur näherbringen, sondern die LeserInnen auch an der Persönlichkeitsentwicklung des Autors teilhaben lassen.
In dieser Tradition, wie zum Beispiel die Bücher „Das Buch vom Meer" oder „Reise mit Aal", ist auch das Buch „Die Eloquenz der Sardine" geschrieben.
Als Kind liebte Bill Francois das Meer, aber Fische bereiteten ihm Angst. Das änderte sich erst als er die erste Sardine im flachen Wasser fangen konnte (und sie anschließend wieder frei ließ). Ab diesem Moment beginnen das Meer und seine Bewohner für ihn immer wichtiger zu werden. Was er heute alles darüber weiß erzählt er uns in seinem Buch.
Die Meeresbewohner sind keineswegs stumm. Ihre Sprache ist im Gegenteil so vielfältig wie unsere Sinne. Bill François lässt uns die unterseeischen Klänge hören, wo sich das Echo der Eisberge mit den Gesängen der Wale und dem Chor der Fische mischt. Er lehrt uns die Sprache der Farben und Düfte unter Wasser und erzählt vom Atlantischen Lachs, der noch in den Gewässern Grönlands den bretonischen Bach riecht, in dem er geboren wurde.
Fische riechen die Angst eines Artgenossen und werden so vor Gefahren gewarnt. Sie können Geräusche ihren Artgenossen zuordnen und sehen auch in Tiefen jenseits von 400 Metern, wo für Menschen nur undurchdringliche Schwärze herrscht.
Eine Expedition ins Blaue, die man nicht bereuen wird. Absolut lesenswert!

Übersetzung: Aus dem Französischen von Frank Sievers
C.H. Beck, 22,00 €

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