Über drei Generationen hinweg erzählt Erich Hackl die Geschichte der Familie Salzmann. Die Großeltern, Hugo und Juliane, fliehen als Kommunisten vor den Nazis völlig mittellos nach Frankreich. Dort schließen sie sich dem Widerstand an und versuchen, sich und ihren Sohn, ebenfalls Hugo, irgendwie durchzuschlagen, bis erst Hugo und später auch Juliane verhaftet werden. Der Vater wächst bei der Tante in Österreich auf, während seine Mutter viele Jahre in Ravensbrück verbringt, bricht mit seinem Vater als dieser sich nach dem Krieg mit einer anderen Frau ein neues Leben aufbaut und geht später in die DDR. Er gründet eine Familie und muss mit der Zeit feststellen, dass er den erträumten Sozialismus nicht erleben wird…

In den Neunziger Jahren tritt sein Sohn Hanno eine Stelle in einer Krankenkasse in Graz an. Als er eines Tages erwähnt, seine Großmutter sei im KZ gestorben, beginnen die Kollegen, Witze auf seine Kosten zu machen…

Erich Hackl erzählt völlig nüchtern, fast in Form eines Berichts, und doch so engagiert, dass der Leser sofort mit Plastersteinen werfen möchte, jedenfalls verbal und bei passender Gelegenheit. Sehr lesenwert!

Roman
Diogenes Verlag, 19,90 €

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