Noemi Schneider schildert das Lebensgefühl der Mitte Dreißigjährigen. Revolution? Haben doch alles schon die Eltern gemacht. Heute ist man viel zu sehr damit beschäftigt, sich zu vermarkten.

So auch die Protagonistin dieses Romans, die schon ein paar erfolgreiche Filmprojekte gemacht hat, aber gerade nicht weiterkommt und pleite ist. Sie hat ihre Wohnung untervermietet und stellt sich vor, bei ihrer Mutter auf dem Land eine kleine Auszeit zu nehmen. Dort angekommen findet sie ihre Mutter wie immer mit ihren Freundinnen diskutierend und kiffend auf der Terasse vor. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat ist, dass ihre Mutter unterdessen einige Flüchtlinge in ihrem großen Haus untergebracht hat und für sie eigentlich gar kein Platz mehr ist. Als dann aber auch noch ein Dschihadist im Hungerstreik dazukommt, braucht die tatkräftige Mutter doch etwas Unterstützung...

Noemi Schneider packt gekonnt aktuelle Themen an und scheut auch vor Ausflügen ins Utopische nicht zurück. Es scheint, dass die Autorin viel Spaß beim Schreiben hatte (z. B. beginnt sie immer wieder einen Absatz damit, was gerade in einer Küche geschieht), und so hat man ihn auch beim Lesen. Zwischendrin finden sich so wunderbare Sätze wie "Seitdem gebe ich jedem Bettler was. Geld sucht schließlich auch bloß einen Sinn."

Roman
Hanser Berlin, 18,00 €

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