Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr ist Jean-Philippe Blondel 6 Uhr 41.

Nüchtern und schnörkellos erzählt der Autor die zufällige Begegnung zwischen Cecile und Philippe. Beide sind nach einem Wochenende in der Provinz mit dem 6 Uhr 41-Zug auf der Rückfahrt nach Paris und das Schicksal lässt die beiden nebeneinander Platz nehmen. Nach über 27 Jahren begegnet sich das ehemalige Liebespaar an diesem Morgen wieder und schweigt. 95 Minuten bleibt den beiden das Schweigen zu brechen. Doch bei Cecile und Philippe beginnt nach dieser wortlosen Begegnung ein Kopfkino - sie durchleben nicht nur erneut ihre Beziehung in Gedanken, die damals in London unschön auseinandergebrochen ist, sondern sie lassen auch ihre eigenen Lebensläufe im Schnelldurchlauf Revue passieren.

Nebenbei läuft die Zeit auf dieser Zugfahrt davon und man wartet gespannt auf das erste Wort zwischen den beiden. Vor allem möchte man unbedingt wissen, was in London vor 27 Jahren passiert ist. Doch es tut sich nichts und der Zug nähert sich Paris. Und was passiert dann?

Das alles verpackt Blondel leise und charmant in 190 seiten. Das Publikum bekommt dadurch den Eindruck das Paar vom Nachbarsitz aus auf dieser 95-minütigen Zugfahrt zu begleiten. Denn was Blondel schafft, ist eine dramaturgisch gut sitzende Geschichte zweier Menschen, die alles andere ist als ein literarisches Konstrukt.

Blondels 6 Uhr 41 eigenet sich perfekt für eine Zugfahrt und lässt einen nach der ersten Seite nicht mehr los!

Roman
Zsolnay, 16,90 €

Bahrenfelder Str. 79, 22765 Hamburg
040 390 20 72
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Öffnungszeiten
Montag - Freitag 10.00 Uhr - 20.00 Uhr
Sonnabend 10.00 Uhr - 19.00 Uhr