Silvia Avallone, die mit ihrem Roman "Sommer aus Stahl" schon ein eindrucksvolles Bild des heutigen Italien geliefert hatte, legt nach. Ihr neues Buch "Marina Bellezza" steht ihrem Erstling in nichts nach, im Gegenteil: Es hat mich mindestens genauso mitgerissen und mir gleichzeitig spannende Informationen über die junge Generation Italiens geliefert.

Es ist eine dramatische Liebes- bzw. Dreiecksgeschichte. Andrea und Marina sind in einem Dorf in den Bielleser Alpen aufgewachsen. Der Sohn des Bürgermeisters und die Tochter einfacher Leute waren lange ein Paar. Doch während Marina ihre berufliche Zukunft beim Fernsehen sieht und an Castingshows teilnimmt, um reich und berühmt zu werden, träumt Andrea davon, zu der Lebensweise seines Großvaters zurückzukehren und ein Margaro zu werden, ein Kuhhirte, der niemals seine Herde verlässt und vom Verkauf seines Käses lebt. Zwei Welten, die nicht zu vereinbaren sind...

Und dann ist da noch die sympathische Elsa, deren Herz ebensfalls für die Wiederbelebung der verlassenen Bergregion schlägt - und für Andrea...

Silvia Avallone schreibt im Nachwort, dass sie junge Menschen kennengelernt hat, die angesichts der Krise in Italien und der Unmöglichkeit, so weiterzumachen wie bisher, zu den ursprünglichen Lebensweisen und in die Regionen zurückkehren, die die vorangehende Generation während des Booms der 90er Jahre so stolz gewesen war, verlassen zu können. - Ein spannendes Thema, das uns alle angeht.

Übersetzung: Michael von Killisch-Horn
Roman
Klett-Cotta, 24,95 €

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