Die letzten Empfehlungen aus dem Team

Don Winslow:
Corruption

Übersetzung: Chris Hirte
Krimi, Droemer, 22,99 €

Nachdem Don Winslow mit "Tage der Toten" vor einigen Jahren den ultimativen Roman über die mexikanischen Drogenkartelle gelungen ist, setzt er nun mit "Corruption" ein ebensolches Zeichen aus dem Bereich der Korruption.

Ort der Handlung ist New York und im Mittelpunkt steht der Task-Force-Seargent Danny Malone. Zusammen mit seinen Kollegen Russo und Montegue hat er den Bezirk "Manhattan-North" fest im Griff. Faszieniert erfährt der Leser, wie sich Malone und seine Kollegen immer tiefer auf das Spiel um Drogengeld, Bestechung und Gewalt einlassen. Die "Guten" sucht man in dieser Handlung vergebens, dafür ist die Versuchung zu groß, alle bedienen sich mehr oder weniger offen an den Drogendollars. Mehr als einmal fragt man sich als Leser, welche "rote Linie" hättest Du nicht überschritten? Wo ist es noch Gefälligtkeit, wo schon Bestechlichkeit?

Ein absolut spannender und erschreckend realistischer Thriller für Leser mit starken Nerven.

Lesetipp von Sönke Christiansen - 01.09.2017


Arundhati Roy:
Das Ministerium des äußersten Glücks

Übersetzung: Anette Grube
Roman, S. Fischer, 24,00 €

Was wissen wir über das heutige Indien? Hinduismus, Kastensystem, Kashmirkonflikt, Gewalt gegen Frauen, Umweltverschmutzung und Überbevölkerung - das sind einige Schlagworte aus den Nachrichten, die vielleicht in unseren Köpfen hängen geblieben sind. Aber was bedeuten Sie?

Die berühmte indische Menschenrechts- und Umweltaktivistin Arundhati Roy bringt uns in ihrem zweiten Roman (der erste, "Der Gott der kleinen Dinge", erschien vor 20 Jahren) abermals ihr Land nahe. Sehr nahe. Nachdem die LeserInnen nach den ersten 50 Seiten gelernt haben, die vielen indischen Begriffe und Namen auseinanderzuhalten, finden sie sich wieder am Puls dieses Landes und - vielleicht - an seinem Bodensatz: In der Altstadt Delhis. Hier ist der Roman größtenteils angesiedelt und seine Hauptperson empfängt uns mit einem Thema, auf das wir nicht gleich gekommen sind: Wie lebt es sich hier, als Frau in einem vorwiegend männlichen Körper?

Wie ist es, einer Kaste anzugehören, die ihr Geld damit verdient, tote Kühe zu entsorgen, die innerlich geplatzt sind, weil sie zu viele Plastiktüten gefressen haben? Was bedeutet der Kashmirkonflikt für die Kashmiris und wird er erst enden, wenn es in Kashmir nichts mehr gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen leben Arundhati Roys wunderbar starke, humorvolle und leidenschaftliche Figuren (eine davon entspringt auch ihrem Vorgängerroman). Wir sind am Ende traurig, sie verlassen zu müssen. Hoffentlich folgt der dritte Roman etwas schneller!

Mein Lieblingszitat: "Er, von seinen Gewissheiten geschmälert. Sie, von ihrer Zwiespältigkeit vergrößert."

Lesetipp von Lisa Kurth - 31.08.2017


Linda Boström Knausgard:
Willkommen in Amerika

Übersetzung: Verena Reichel
Roman, Schöffling + Co., 18,00 €

Nachdem die Leser schon einige Bücher von Karl Ove Knausgard kennen, ist nun erstmals ein Buch seiner Exfrau Linda Boström Knausgard auf Deutsch erschienen.

Es ist die Geschichte der elfjährigen Ellen, die - laut der Mutter - in einer „hellen" Familie lebt. Doch es sieht anders aus. Der Bruder widmet sich in seinem verbarrikadierten Zimmer ausschließlich der Musik, die Mutter lebt das Leben einer egoistischen Schauspielerin, die nur auf Erfolg aus ist, und der Vater, der nach der Trennung von der Familie aggressiv wurde, ist inzwischen verstorben.

Um ihr Leben unter diesen Umständen zu festigen, beschließt Ellen, nicht mehr zu sprechen und zu schreiben. Sie erhofft sich auch, dadurch ihr angeknacktes Ich zu stärken, und fordert die Mutter zu einem Kräftemessen heraus.

Dieses Buch legt man nicht aus der Hand, denn Linda Boström Knausgard ist ein beeindruckendes Kammerspiel gelungen.

Lesetipp von Michael Keune - 30.08.2017


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